ZUSMARSHAUSEN: Schwarzbräu gewinnt Markenrechtsstreit gegen Egon Schindel Holding
Die mittelständische Brauerei Schwarzbräu aus Zusmarshausen hat einen zehnjährigen Markenrechtsstreit gegen die Egon Schindel Holding (ESH) gewonnen, wie das Branchenmagazin INSIDE in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet. ESH stellt neben ihrem bekannten Mineralwasser “Rhönsprudel“ auch viele andere Mineralwässer her, unter anderen bisher auch das Mineralwasser „Alaska Perle“.
Allerdings besitzt auch die mittelständische Familienbrauerei Schwarzbräu aus dem schwäbischen Landkreis Augsburg seit Jahrzehnten einen Heimdienst mit dem Namen “Alaska” und vertreibt unter diesem Markennamen rund 40.000 Hektoliter Limonade, Colagetränke und Säfte. Damit bestand potentiell eine Verwechslungsgefahr zum Mineralwasser der ESH.
Schwarzbräu hatte daher vor mehr als zehn Jahren den Antrag gestellt, “Alaska” als EU-Marke zu registrieren. Seither herrscht eine Verstimmung zwischen den beiden Getränkeherstellern. Der Vorschlag von Schwarzbräu einer gütlichen Einigung mit territorialer Abgrenzung wurde vom deutlich größeren Hersteller aus der Rhön abgelehnt und mit Löschungsanträgen gegen die EU-Marke beantwortet. Als Argument für eine Löschung der Marke diente der Hinweis, dass “Alaska” als geographische Bezeichnung nicht zu schützen sei.
Allerdings wird der Markenname “Alaska” auch in anderen Produktkategorien genutzt, um die Anmutung der Kälte und Frische auf ein Produkt zu übertragen, das nicht zwangsläufig aus dem nördlichsten Bundesstaat der USA stammt. Beispielsweise wird der Name “Alska” auch als Handelsmarke bei Kühlgeräten der Metro-Gruppe verwendet. Der Rechtsstreit endete letztlich am 1.9.2010 vorm Europäischen Gerichtshof in erster Instanz mit einem Vergleich, nach dem die ESH ihr Mineralwasser von “Alaska Perle” in “Alasia Perle” umbenennen musste.
Der kleine aber feine Unterschied, der auf dem ansonsten identischen Etikett leicht zu übersehen ist, ruft seitdem Irritierungen beim Verbraucher hervor. So wurde in Internetforen spekuliert, ob es sich schlicht um einen Tippfehler handelt, da auf der Tastatur das “i” genau über dem “k” angesiedelt ist. Wer sich selbst ein Bild von den Verbraucherdiskussionen oder den geänderten Etiketten machen möchte, der sei auf die Internetseite http://www.mega-stoffel.de/weblog/?p=1365 verwiesen.
Über die Egon Schindel Holding:
Die ESH-Gruppe hat ihren Sitz in Ebersburg-Weyhers in der Rhön. Zu ihr gehören in Deutschland die drei Mineralwassermarken RhönSprudel, Bad Liebenwerda und Spreequell. RhönSprudel liegt als einziger Mineralbrunnen in einem Biosphärenreservat und ist der Erfinder der fertig gemischten Apfelschorle. Des Weiteren gehören die Bauer Fruchtsäfte zur ESH-Gruppe. Im Oktober 2010 machte die Egon Schindel Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG Schlagzeilen, als sie sich von ihren 51 Prozent an der Bionade GmbH trennte und diese an die Radeberger Gruppe (Oetker) verkaufte. Im Juni 2010 verkaufte die ESH-Gruppe zudem ihre Schweizer Tochtergesellschaft Mineral- und Heilquellen AG in Adelboden (Kanton Bern) um die Erlöse „in wachstumsträchtige Segmente des deutschen Marktes für alkoholfreie Getränke (zu) investieren”
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