WELT: G20-Agrarminister wollen weltweites Agrarmarktinformationssystem einführen
Die G20-Agrarminister haben sich in Paris am 23. Juni 2011 in einem Aktionsplan auf die Errichtung eines weltweiten Agrarmarktinformationssystems (AMIS) für die 4 wichtigsten pflanzlichen Erzeugnisse (Weizen, Mais, Reis, Soja) geeinigt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) begrüßt diese Beschlüsse: “Verlässliche und umfassende Marktinformationen sind entscheidend für das Funktionieren der Agrarrohstoffmärkte”, so Dr. Sabine Eichner, Geschäftsführerin der BVE, “Transparenz über Erzeugung, Verbrauch, Lagerhaltung und die Aktivitäten an den Warenterminmärkten stärkt das Handelsgeschehen und hilft, die Funktionsweise der Märkte zu verbessern”.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Ernährungsindustrie ist aufgrund der hohen Bedeutung der Rohwaren und ihrer Einbindung in den globalen Agrarhandel in hohem Maße der zunehmenden Preisvolatilität der Rohstoffmärkte, aber auch den Folgen der Verknappung von Rohstoffen, die sich gerade in den letzten Monaten durch anhaltende Preissteigerungen ausdrückt, ausgesetzt. Starke Preisschwankungen auf der Rohstoffseite stellen die Ernährungsindustrie vor das Problem, dass die Preise ihrer verarbeiteten Produkte mit dem Lebensmitteleinzelhandel über längere Vertragslaufzeiten vereinbart werden und gelernte Verbraucherpreisschwellen nicht ohne weiteres vom Handel aufgegeben werden. Kommt es also zu erheblichen, nicht erwarteten Preissteigerungen bei den Rohwaren schwächt dies unmittelbar die Ertragslage der Lebensmittelhersteller und gefährdet Marktposition und Arbeitsplätze des Unternehmens.
Die Lebensmittelhersteller sind deshalb auf funktionsfähige Instrumente für das Risikomanagement angewiesen. Warentermingeschäfte bieten den Unternehmen eine Möglichkeit, Rohstoffpreisschwankungen abzusichern und damit auch für stabile Verbraucherpreise Sorge zu tragen. Dieses Instrument funktioniert allerdings nur, wenn genügend Liquidität und Marktteilnehmer – sowohl branchennahe Akteure als auch spekulative Anleger – im Markt sind. Maßnahmen, die das Handelsgeschehen einschränken, sind deshalb kritisch zu beurteilen.
Quelle: www.infodienst.de
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