WARBURG: Warburger Brauerei bekommt „Solarbier-Siegel
Die Warburger Brauerei darf künftig ihre Bierflaschen mit dem dem Siegel „Solarbier” schmücken. „Solarbier – Gebraut mit der Kraft der Sonne”, steht nun auf den Flaschenrücken. Das Unternehmen ist damit eine von 15 Brauereien in Deutschland, die dieses Siegel nutzen dürfen. In Norddeutschland ist sie bisher sogar die einzige, die anderen sind alle in Bayern. Die Technische Universität München-Weihenstephan hat entschieden, dass die Privatbrauerei das Siegel verwenden darf. Nur wer nachweislich sein Bier unter Einsatz erneuerbarer Energien herstellt, darf sich mit dem sonnigen Symbol schmücken. Bei der Brauerei in Ostwestfalen liegt der Anteil der erneuerbaren Energie bei 65%.
Im Wesentlichen wird die Energie dabei zwar nicht aus Solarzellen gewonnen, sondern aus Wasserkraft. „Aber”, so erklärt Dr. Georg Schu, der Leiter der Energieberatung beim Bayerischen Brauerbund „man kann das als erweiterte Solarenergie sehen.” Mit zwei kraftvollen Wasserkraftturbinen liefert die Diemel in der Kühlemühle umweltfreundlich Strom. Über einen Werkgraben strömt der Fluss in die Turbinenschächte. Bis zu 100 KW Strom pro Stunde können die beiden Generatoren bei optimalem Wasserstand erzeugen. Beide Turbinen stammen aus den 20er Jahren und wurden 1985 grundlegend erneuert. Je nach Wasserstand werden sie elektronisch in der Leistung gesteuert.
Franz-Axel und Michael Kohlschein, die beiden Geschäftsführer der Brauerei, wollen in den nächsten Jahren investieren. Auch neue Projekte sollen angestoßen werden. Die Restwärmenutzung soll weiter ausgebaut und der gesamte Energiebedarf der Brauerei gesenkt werden. „Unser Ziel ist es, noch besser zu werden und den Anteil an erneuerbaren Energien auszubauen”, so die Kohlscheins.
Der Anteil, der bisher nicht aus erneuerbaren Energien kommt, besteht aus Heizöl. Dieses wird für die Würzkochung genutzt. Ob die Warburger Brauerei irgendwann 100% ihres Bedarfs aus erneuerbaren Energien decken kann, können die Geschäftsführer aber noch nicht zu sagen.
Die Warburger Brauerei gehört zu den kleineren Privatbraustätten in Deutschland. Die Familie Kohlschein besitzt in der Stadt Warburg seit 1721 das Braurecht. Die Brauerei ist bis heute ein selbständiges und unabhängiges Familienunternehmen. Der jährliche Ausstoß liegt bei rund 30.000 Hektolitern Bier, der Umsatz bei rund 3 Millionen Euro. Vom Auszubildenden bis zum Meister arbeiten insgesamt 25 Mitarbeiter im Betrieb der Brauerei.
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