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TÜRKEI: Regierung plant schärfere Gesetze gegen Alkohol

In der Türkei plant die Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ein Gesetz, das den Konsum von Bier und anderen alkoholischen Getränken erst ab dem 24. Lebensjahr gestattet. Damit soll die Jugend vor den Gefahren des Alkohols geschützt werden. Weitere neue Bestimmungen, die innerhalb der nächsten Monate in Kraft treten sollen, sehen auch das Verbot sämtlicher Werbung und Sponsoringmaßnahmen für Alkohol, das Verbot von Alkohol in Autobahnraststätten sowie eine spezielle Ausnahmegenehmigung für Alkoholausschank unter freiem Himmel vor.

Oppositionspolitiker sehen in den geplanten Regelungen ein Wahlkampfmanöver, um die konservative Klientel der religiös geprägten Regierungspartei AKP bei den Parlamentswahlen am 12. Juni bei der Stange zu halten. Die mehr liberal eingestellte Bevölkerung, vor allem im Westteil des Landes und den großen Städten, befürchtet jedoch durch die geplanten Regelungen eine zunehmende Kriminalisierung des westlichen Lebensstils und eine verstärkte Hinwendung zum Islam. Dass diese Gefahr nicht unbegründet ist, beweist eine Umfrage aus 2009, nach der fast 60 Prozent der Türken keinen Alkoholtrinker zum Nachbarn haben wollen.

Diese Einstellung hatte aber bisher keine negative Einwirkung auf den Alkoholkonsum. Seit der Regierungsübernahme der nationalkonservativen Partei AKP unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Jahr 2003 hat sich der Konsum von Alkohol in der Türkei mehr als verdoppelt. Alleine im ersten Halbjahr 2010 nahm der Konsum an alkoholischen Getränken um 17,6% auf 533,6 Millionen Liter zu. Allerdings liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an reinem Alkohol in der Türkei mit 1,4 Litern immer noch weit unter dem europäischen Durchschnitt von über 10 Litern.


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