TORGAU: Torgauer Brauhaus schließt endgültig
Das Torgauer Brauhaus, das vor zehn Jahren schon einmal vor dem Aus stand, wird zum 31. Oktober 2011 endgültig seine Pforten dichtmachen. Eigentlich sei ein Weiterbetrieb angestrebt gewesen, doch wie der Geschäftsführer der Neuen Torgauer Brauhaus GmbH, Josef Tremmel, der Lokalpresse sagte, sei die bereits seit einem halben Jahr laufende Suche nach einem möglichen Partner erfolglos geblieben. Das Brauhaus hatte nach dem Verlust eines großen Kunden zu kämpfen. Tremmel hatte noch im Mai gesagt, die Gespräche mit neuen Partnern gestalteten sich “recht vielversprechend”. Jetzt wurde er folgendermaßen zitiert: „Wir wollen keine Insolvenz, sondern eine geordnete Abwicklung. Ich möchte als Geschäftsführer keinen Scherbenhaufen hinterlassen.” Den Berichten zufolge sind 30 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge von der Schließung betroffen und sollen noch in dieser Woche ihre Kündigungen erhalten. Die Mitarbeiter, die im Durchschnitt seit 15 Jahren für die sächsische Brauerei tätig gewesen seien, sollen laut Angaben des Betriebsrats Abfindungszahlungen je nach Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit erhalten.
Als Gründe für die Schließung nannte Tremmel unter anderem die “enormen Überkapazitäten in der gesamten deutschen Brauwirtschaft”, “den anhaltenden Preisverfall” und die Größe der Torgauer Brauerei, die laut ihres Geschäftsführers für eine Regionalbrauerei zu groß und für eine große Brauerei zu klein sei. Zudem sei es trotz Goldmedaillen für die Produkte des Torgauer Brauhauses – bei der DLG hatte das Unternehmen in diesem Jahr drei Gold- und eine Bronzemedaille für seine Erfrischungsgetränke bekommen – und der Erfolge bei Verkostungen nicht gelungen, das in der Region herrschende Negativimage des Brauhauses ins positive zu wandeln. Zur Bilanz für 2006 hatte Tremmel in einem Interview noch gesagt: “Die Akzeptanz unserer Brauerei sowie Produkte in der Region verbesserte sich zusehends, was in einem kräftigen Anstieg des Marktanteiles im Altlandkreis Torgau sowie im Raum Herzberg zum Ausdruck kommt.” Doch das schlechte Image hing den Produkten dennoch wie ein Klotz am Bein, und die Brauerei schaffte es nicht, sich wenigstens am Heimatmarkt erfolgreich zu positionieren.
Die Torgauer bedauern die Schließung offensichtlich dennoch. Ein Blogger schrieb dazu im Internet: “…In der Region wurde das Bier wirklich nicht gut angenommen. Obwohl ich sagen muss, ich trinke ab und zu mal ein Torgauer Grape oder Lemon. Denke aber nicht, dass ich allein das Brauhaus am Leben erhalten kann. Das Brauhaus ist mit diesen beiden Marken an denn Start gegangen, um einem Trend nachzugehen. Meiner Meinung nach war das der richtige Weg. Leider hat es nicht gereicht um damit dem wachsendem Konkurrenzdruck entgegen zu wirken, schade eigentlich. Die Schließung des Brauhauses ist meiner Meinung nach ein Verlust für Torgau.” Und bei facebook schrieb jemand: “Wo ist der ‘Gefällt mir nicht’ Knopf?” Ein anderer schrieb: “Trinke zwar kein Bier, ist aber trotzdem sehr schade. Sie haben ja auch noch andere Getränke im Angebot. Aber wenn man mal im Laden so schaut: die meisten kaufen ja doch Radeberger, Hasseröder und Co.”
Ob der Standort als solcher erhalten werden kann, scheint noch offen. Wie Tremmel der Presse sagte, wolle er “die Gespräche mit zwei ernsthaften Interessenten zur Standortübernahme fortsetzen”. In einem weiteren Blog hieß es hierzu: “…Nicht nur, dass sich 30 Mitarbeiter und 2 Auszubildende demnächst einen neuen Job suchen müssen, auch Torgau verliert einmal mehr einen Betrieb mit touristischer Anziehungskraft. Wo soll das noch hinführen, fragt man sich doch bei diesen Nachrichten? Schlendert man momentan durch Torgaus leere Straßen wird einem klar, dass nicht nur unserem Brauhaus dieses Schicksal zuteil wird…”
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wieder einen ossibetrieb erfolgreich platt gemacht,
klingt polemisch, soll es auch.
in den einschlägigen geschäften ist beispielsweise torgauerlandbier meist ausverkauft oder zumindest nicht regelmäßig zu kaufen. liegt das wirklich an einem vorgeblichen negativimage oder dem umwillen der marktbeherrschenden es wenigstens regional zu listen?
gerade in der vielfalt kleiner und mittlerer braubetriebe liegt doch der reiz des bieres.
allemal besser als die lorke welches zu ddr zeiten mit rindergallenextrakt unters volk geschüttet wurde.
das große übel ist allerdings, die sicherlich hochmotivierten mitarbeiter ins nirvana zu schicken.
wenn man absehen kann das der laden in schieflage kommt, stellt man nicht noch lehrlinge ein,
die auf halber strecke liegen gelassen werden.
dieses verhaltensmuster scheint aber seit geraumer zeit in vielen firmen “geschäftskultur” zu sein um nach außen ein scheinbar gesundes unternehmen darzustellen, egal was es an sogenannten “humanballast” kostet.
weiter so in deutschland.
freundlichst tr
Danke an meinen Vorredner , der von gutem Geschmack spricht.
Das “Torgauer” oder das “Meisterpils” waren viele Jahre meine Favoriten.
Ich bin nun auf der Suche nach etwas vergleichbaren und bin noch nicht
fündig geworden.
Um es ganz deutlich zu sagen , ich komme mit Einheitsplärre , die durch ganz Europa
gekarrt wird , nicht klar.
Gerade kleine Brauereien bringen Geschmacksvarianten hervor , die einem Biergenießer
ein besonderes Erlebnis verschaffen.
Und dieses “Etwas” hatte das Torgauer. Nur hat dies keiner der Geldgeber etdeckt.
Schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade,schade!