SCHWEIZ: Feldschlösschen erhält Vorschläge der Sozialpartner
Die Belegschaft der Schweizer Cardinal-Brauerei und die Gewerkschaft Unia präsentierten am Donnerstag der Geschäftsführung der Carlsberg-Tochter Feldschlösschen ihre Vorschläge zur Weiterführung des Betriebs in Freiburg/Schweiz. Die Personalvertreter schlagen vor, unter anderem ein Verteilzentrum für die Romandie und Teile des Mittellandes aufzubauen, was nach Angaben der Gewerkschaft 24 Stellen sichern würde. Würde Freiburg außerdem zum Logistik-Zentrum und Lager für Werbematerial, Ausschankanlagen und Festinfrastruktur, könnten weitere 5 Stellen gerettet werden. Die Geschäftsleitung von Feldschlösschen teilte mit, sie sei bereit, Vorschläge zu prüfen, die die zukünftige Nutzung des Areals und den Erhalt von zusätzlichen Stellen in Freiburg zum Gegenstand haben. Feldschlösschen werde die Vorschläge nun prüfen und die Sozialpartner Ende September über das weitere Vorgehen informieren, so das Unternehmen.
Feldschlösschen hatte Anfang September auf Wunsch der unternehmenseigenen Betriebskommission und der Gewerkschaft Unia freiwillig in einen Prozess ähnlich einem Konsultationsverfahren eingewilligt.
Als Rahmenbedingungen für die Vorschläge galt: Die Weiterführung des bestehenden Betriebs ist ausgeschlossen, der Standortentscheid wird nicht verhandelt. Die Sozialpartner gelangten bereits zu Beginn des Konsultationsverfahrens mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit; deshalb hatte Feldschlösschen den Sozialpartnern bereits mitgeteilt, dass der Vorschlag für Dritte Bier zu produzieren nicht realisierbar sei. Durch die vorhandenen Überkapazitäten in der Schweiz und in Europa sei es nicht realistisch, die Hoffnung auf eine Bierproduktion im großen Stil für Dritte zu setzen. Bei den diversen von den Sozialpartnern geäußerten Vorschlägen betreffend Logistik sieht Feldschlösschen einen „gewissen Handlungsspielraum“.
Sozialplan in Kraft
Der mit der Gewerkschaft Unia ausgehandelte Sozialplan sei in Kraft und wird entsprechend angewendet. Feldschlösschen teilte mit, es sei bereit, mit den Sozialpartnern über punktuelle Anpassungen zu sprechen. Hierzu soll ein Termin im Oktober vereinbart werden.
Feldschlösschen werde den 75 vom Schließungsentscheid betroffenen Mitarbeitenden konkrete Lösungen anbieten. Durch Stellenangebote an anderen Standorten des Unternehmens Feldschlösschen (darunter Bern, Givisiez b. Freiburg, Biel, Sion usw.) sowie durch vorzeitige Pensionierungen könnten Kündigungen vermieden werden. Um den Mitarbeitenden aus Freiburg Stellenangebote machen zu können, wird es bei Annahme der Angebote auch an anderen Standorten von Feldschlösschen zu Frühpensionierungen kommen.
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