Globalmalt

SCHWEIZ: Carlsberg schließt Cardinal Brauerei in Freiburg

Feldschlösschen konzentriert per Juni 2011 seine Bierproduktion in Rheinfelden und stellt die Produktion am Standort Freiburg zu diesem Zeitpunkt ein. Dies teilte die Carlsberg-Tochter am Dienstag mit. 18 der 75 Mitarbeiter werden pensioniert, alle anderen erhielten Stellenangebote innerhalb des Unternehmens. Das Cardinal-Bier, die Nummer zwei der Schweizer Biere, wird in Zukunft in Rheinfelden gebraut. Auslöser für die Standortmaßnahme ist die Verlagerung eines Produktionsauftrags der Carlsberg-Gruppe zur französischen Tochtergesellschaft nach Obernai im Elsass, das nach der Übernahme von Brasseries Kronenbourg im Jahr 2008 zur Carlsberg-Gruppe gehört. Das Unternehmen Feldschlösschen verliert mit diesem Großauftrag mehr als 20% seines gesamten Produktionsvolumens in der Schweiz. Aufgrund der deutlichen Volumeneinbuße und der bereits seit einigen Jahren geringen Auslastung des Standorts Freiburg sei eine Kapazitätsanpassung für Feldschlösschen unumgänglich. Die Mikro-Brauerei Valaisanne in Sion, die 10 Mitarbeiter hat, bleibe von der Maßnahme unbetroffen.

Feldschlösschen beginnt nun Gespräche mit der Stadt Freiburg über die künftige Verwendung des Brauerei-Geländes. Das Areal in attraktiver Lage im Stadtzentrum von Freiburg soll verkauft und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Die Gewerkschaft Unia teilte am Dienstag Nachmittag mit, sie wolle sich zusammen mit dem Personal gegen die geplante Schließung der Brauerei Cardinal wehren.

Seit dem Jahr 2000 hatte die Schweizer Tochtergesellschaft Feldschlösschen für die Carlsberg-Gruppe einen Produktionsauftrag ausgeführt. Dieses Auftragsvolumen stieg über die Jahre an und machte zuletzt mehr als 20% des gesamten jährlichen Produktionsvolumens von Feldschlösschen aus. Ab Juni 2011 wird die französische Tochtergesellschaft Brasseries Kronenbourg diesen Produktionsauftrag übernehmen.

Bereits seit einigen Jahren ist der Standort Freiburg ungenügend ausgelastet, im Schnitt zu rund 40%. Mit der Verlagerung des Produktionsauftrags nach Frankreich reduziert sich die Auslastung der beiden Schweizer Brauereistandorte Rheinfelden und Freiburg auf einen Schlag deutlich. Das Volumen des Produktionsauftrags entspricht in etwa dem Produktionsvolumen des Standorts Freiburg. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen können nicht zwei große Produktionsbetriebe mit ungenügender Auslastung aufrechterhalten werden, so die Begründung der Maßnahme durch die Carlsberg Tochter.

„Wir bedauern die Konsequenzen, welche die Verlagerung des Produktionsauftrags für den Standort Freiburg hat“, betonte Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger. „Wir sind jedoch überzeugt, dass die Effizienzsteigerung innerhalb der Gruppe und die Strukturanpassung in der Schweiz angesichts des aktuellen Marktumfelds und der zukünftigen Herausforderungen notwendig sind“, so Metzger.

Um den Mitarbeitern aus Freiburg andere Stellen innerhalb des Unternehmens anbieten zu können, werde es auch an anderen Feldschlösschen-Standorten zu vorzeitigen Pensionierungen kommen. Der bestehende Sozialplan sei in Kraft gesetzt. Die Mitarbeitenden des regionalen Verkaufsteams werden weiterhin von Freiburg aus die Kunden in der Region betreuen, so Feldschlösschen.


« Back
 

Hinterlasse einen Kommentar