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RHEINLAND-PFALZ: Rückgang der Anbaufläche von Braugerste um mehr als 18 % erwartet

Kurz vor der Aussaat wird bei den Landwirten in Rheinland-Pfalz das Thema „Braugerste" diskutiert. Laut der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz muss mit einem Rückgang der Anbaufläche insbesondere in den Höhengebieten um mindestens 20% gerechnet werden. Relativ stabil dürfte der Anbau zunächst in den südlichen Regionen bleiben. Insgesamt kann daher in Rheinland-Pfalz 2010 mit einer Braugerstenfläche von knapp 40.000 Hektar gerechnet werden, was etwa einer Halbierung der Anbaufläche seit 2003 entsprechen würde und einem Rückgang um 18,4% gegenüber dem Vorjahr. Braugerste wurde in Rheinland-Pfalz zeitweilig auf über 100.000 ha angebaut und lag 1988 flächenmäßig mit 100.658 ha sogar vor dem Dauerspitzenreiter Weizen. Im Erntejahr 2009 stand Braugerste noch auf rd. 49.000 ha, Weizen auf rd. 108.000 ha. Als stabiler Faktor für weitere Prognosen gilt das eindeutig bekundete Interesse der Mälzer an heimischer Braugerste. Vor dem Hintergrund eines weiteren Deutschland- und EU-weiten Flächenrückgangs wird bei einer knappen Versorgung des Marktes mit Qualitätsbraugerste eine Erholung und Festigung der Erzeugerpreise auf einem höheren Niveau erwartet.

Der von Mälzereien und Brauereien geschätzte Grundstoff droht auf rheinland-pfälzischen Äckern zum Anbauexoten zu werden. In Rheinland-Pfalz wurde über Jahrzehnte die Anbauplanung der Betriebe vor allem in den Höhengebieten wesentlich von der Sommergerste bestimmt. In den letzten Jahren hat die aber vor allem zu Gunsten des Weizens an Bedeutung verloren, wenngleich auch beim Weizen das Preisniveau eher niedrig war. Die Durchschnittserträge beim Weizen lagen in den letzten Jahren aber um 2 Tonnen je Hektar höher.

Aktuell ist derzeit der Braugerstenmarkt Deutschland-, EU- und auch weltweit bis weit in das laufende Jahr hinein mit qualitativ hochwertiger Ware versorgt. Daher betrachtet die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz eine Anpassung der Produktion an den eher rückläufigen Bedarf zwar als notwendig, ein Ausstieg aus dem Braugerstenanbau aber mittel- und lan fristig gesehen nicht als richtige Entscheidung.

Preisbestimmend für Braugerste werden alsbald wie bei Getreide allgemein und Raps auch die globalen Märkte sein.


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