PLANKSTADT: Weldebräu führt Rock als Arbeitskleiddung für Bierkutscher ein
Diesmal sind es keine Niederländerinnen in Minikleidchen, sondern Plankstädter Bierkutscher deren Röcke für Aufsehen sorgen. Auf Wunsch eines ihrer Beschäftigten führte die Kultur- und Privatbrauerei Welde als erste Brauerei in Deutschland den Rock als Arbeitskleidung für Bierkutscher ein. Bei den jetzt steigenden Temperaturen steigen immer mehr Welde-Mitarbeiter auf das gute Stück um. Robert Clark, der die Revolution bereits im vergangenen Sommer angezettelt hatte, sagte, luftige Kühlung durch den unten breit offenen Rock würde das Arbeitsleben wesentlich angenehmer machen. Auf Antrag können die Bierfahrer und mittlerweile auch alle technischen Beschäftigten der Brauerei einen Rock als offizielle Arbeitskleidung beantragen. Die Kosten dafür trägt die Brauerei. Offensiv kritisiert werde der Rock für Männer – wenn überhaupt – höchstens von einigen wenigen Damen im fortgeschrittenen Alter, doch diese werden die berockten Bierkutscher wenigstens nicht verklagen wegen ihres extravaganten Brauerei-Outfits.
Die Entscheidung, für Fahrer auch den Rock als offizielle Arbeitskleidung zuzulassen und zur Verfügung zu stellen, hatte die Welde-Geschäftsleitung eng mit dem Betriebsrat abgestimmt. Nachdem aus dem Unternehmen keine Bedenken geäußert wurden und das Wohlbefinden von Mitarbeitern bei Welde einen hohen Stellenwert hat, fiel die positive Entscheidung.
Welde habe sich diese Entscheidung dennoch nicht leicht gemacht, zumal die Brauerei damit Neuland betritt und als erste Brauerei in Deutschland den Rock für Männer als vom Unternehmen gestellte Arbeitskleidung einführt. Eine Welde-Recherche habe jedoch ergeben, dass breite Toleranz für den Männerrock in der Gesellschaft bestehe. Welde erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Hosen für Frauen noch in den 60-er Jahren bei einigen gesellschaftlichen Anlässen und im Parlament ausdrücklich verboten oder geächtet waren. Heute trägt auch eine Kanzlerin gerne Hosenanzüge.
Angezettelt hatte die kleine Revolution für die Bierbranche der Welde-Fahrer Robert Clark. Angesichts des im Sommer ziemlich heißen Arbeitsplatzes in der Fahrerkanzel von Bier-Lkw wollte Clark seine Latzhose gegen einen Männer-Rock eintauschen und stellte einen entsprechenden Antrag.
Robert Clark, der gerade immer Sommer privat gerne einen Schottenrock trägt, empfindet die Latzhose als „zu wenig luftig“. Bei seinem Job kommt er an den heißen Sommertagen in der nicht-klimatisierten Fahrer-Kanzel seines Bier-Lkw regelmäßig stark ins Schwitzen. Die luftige Kühlung durch den Rock würde das Arbeitsleben wesentlich angenehmer machen, argumentiert der Bierkutscher.
Welde folgte dieser Anregung und gab zunächst nur für Robert Clark die Anfertigung eines Rocks als Arbeitskleidung in Auftrag. – Weitere Welde-Mitarbeiter folgten.
Die Welde-Mitarbeiter haben die Wahl zwischen Rock, Latzhose mit kurzen Beinen und Latzhose mit langen Beinen. Private Röcke sind allerdings nicht erlaubt.
Einen Blick auf das neue Kleidungsstück erlaubt ein Video auf der Internetplattform YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=PLqCF4dQdls).
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