OSTEUROPA: Heineken will an Konsolidierung des osteuropäischen Biermarktes aktiv teilhaben
Heineken, Marktführer in der so genannten CEE-Region zu der auch Österreich und Deutschland gehören, will bei der Konsolidierung in Osteuropa aktiv mitmachen. Mit einer deutlichen Konsolidierung des Brauereimarktes in dieser Region rechnet Nico Nusmeier, Zentral- und Osteuropachef von Heineken. Dabei gehe es vor allem um die Osteuropa-Brauereien von Weltmarktführer AB InBev, der sich aus neun osteuropäischen Märkten zurückgezogen hat. Der Finanzinvestor CVC, der sich das Paket gesichert hatte, gilt dabei in der Branche nur als Zwischenlösung. Es wird allgemein erwartet, dass die betroffenen Werke über kurz oder lang unter den Biergrößen aufgeteilt werden. Nusmeier meint, auch in Deutschland, Europas zweitgrößtem Biermarkt nach Russland, werde sich der stark fragmentierte Markt weiter konzentrieren.
Auch in einigen anderen Ländern, in denen noch viele kleine Brauereien existieren, werde eine starke Konzentrationswelle in Gang kommen, erwartet der Experte. So etwa in Rumänien oder Tschechien. Österreich habe diesen Prozess schon hinter sich. Hier dominiert Heineken über die Brau Union den Markt.
Ein Jahr nach dem wegen der Rezession selbst auferlegten Akquisitionsstopp denkt Heineken nun wieder an Wachstum. Für Nusmeier ist die Wirtschaftskrise, die im Vorjahr Absatzrückgänge von bis zu 10% brachte, noch nicht beendet. Der Strategieschwerpunkt bleibe auch in diesem Jahr, die durch die Akquisitionen der letzten Jahre angehäuften Schulden zu reduzieren. Dennoch arbeiteten alle Europa-Manager des Brauereikonzerns zwei Jahre nach der milliardenschweren Übernahme der britischen Scottish & Newcastle bereits wieder an Wachstumsprojekten. "Wir wollen in diesem und im nächsten Jahr wieder zulegen und auch in Europa den Abstand zu den Mitbewerbern wieder vergrößern", so Nusmeier im Interview.
Für Heineken liegt der Arbeitsschwerpunkt in den nächsten Monaten jedoch nicht in Osteuropa, sondern in Nordamerika, wo das Unternehmen gerade das Biergeschäft des mexikanischen Getränke Konzerns Femsa übernommen hat. Ein großer Teil des Kaufs wird per Aktientausch finanziert, so dass die Mexikaner mit 20% zweitgrößter Heineken-Aktionär werden.
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