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ÖSTERREICH: Zwei Brauereien zu verkaufen – und scheinbar will keiner sie haben

Die Brauerei Grieskirchen und die Kapsreiter Brauerei in Schärding sollen verkauft werden, doch so wie es aussieht, will keiner sie haben. Gustav Harmer, Besitzer der beiden oberösterreichischen Brauereien, will diese aus Altersgründen und weil seine Söhne nicht daran interessiert sind, veräußern, berichteten die Lokalzeitungen am Mittwoch. Dem 76-Jährigen sei daran gelegen, die Braustätten im Bestand zu sichern. Doch bisher haben alle möglichen Interessenten abgewunken, so auch der bisherige Konkurrent Baumgartner in Schärding: „Wir sind nicht interessiert”, sagte Generaldirektor Rudi Breidt deutlich. Auch „Kein Interesse”, haben Stiegl und Egger. Egger-Chef Bernhard Prosser sagte einer Zeitung: „Wir haben selbst gerade einige Millionen in unsere Brauerei investiert.”

Als weiterer möglicher Käufer wurde von der Presse eine Grieskirchner Investorengruppe um IV-Präsident Klaus Pöttinger, Wirtschaftskammerobmann Laurenz Pöttinger und dessen Vorgänger Georg Spiegelfeld genannt. Mehr hörte man dazu nicht.

Auch Ottakringer war/ist als möglicher Interessent im Gespräch. Zu Ottakringer würden die zum Verkauf stehenden Marken wohl passen und der Konzern ist in Oberösterreich nicht präsent. Ottakringer-Konzern-Chef Sigi Menz wurde mit den Worten zitiert: „Mit uns hat diesbezüglich niemand ein Gespräch gesucht, damit ist es auch kein Thema. Dass wir einen Gesprächswunsch bei einem guten Bier nicht ablehnen würden, ist eine Selbstverständlichkeit.”

Die Kapsreiter Brauerei, die heute geschätzt 20.000 bis 25.000 Hektoliter braut, war bereits bis 1995 für mehr als zehn Jahre unter Ottakringer Führung. Harmer seinerseits war Großaktionär der Ottakringer Brauerei. 1995 wurde er dann Alleineigentümer der Kapsreiter Brauerei. Zu der Grieskirchner Brauerei, die heute geschätzt 45.000 bis 50.000 Hektoliter jährlich braut, kam er, indem er seinen 13,4% Anteil an Ottakringer im Jahr 1998 an die Brau Union abtrat und dafür 90% am Grieskirchner Bier bekam.

Harmer strebe jetzt einen Pauschalverkauf an. Als Kaufpreis für Grieskirchner und Kapsreiter ist von gerade mal fünf Millionen Euro die Rede. Allerdings heißt es auch, es müsse kräftig investiert werden und um die Marken stehe es nicht zum Besten. Genaue Zahlen liegen nicht vor, die Rede ist davon, dass die Brauerei Grieskirchen mit 65 Mitarbeitern rund 16 Millionen. Umsatz erziele und Kapsreiter mit 23 Mitarbeitern rund 7 Millionen.


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Kommentare

  1. H.-Juergen Kraemer sagt:

    … zum Artikel: Zwei Brauereien zu verkaufen und keiner will sie haben
    – kann man nur sagen
    “dumm gelaufen” fuer Gustav Harmer.

    Die Soehne koennen mit Ihrer Entscheidung – nicht in die Brauereien des Vaters einzutreten – mehr als zufrieden sein.
    Es ist bedauerlich um jede einzelne Brauerei die aus der Bierwelt verschwunden ist oder aber noch verschwinden wird – aber meist sind die Verantwortlichen selbst daran Schuld, weil Sie nicht fuer die Zukunft geplant und investiert haben.
    Mein Mitleid gehoert nur den Mitarbeitern, die fuer Ihren Betrieb alles gegeben haben und letztendlich von ihren verantwortungslosen Chef um Brot und Arbeit gebracht werden. Dieser Verlust ist viel groesser als der monitaere Verlust beim Verkauf der Brauereibetriebe.

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