OETTINGEN: Hochdruckleitung bei Oettinger geplatzt, Bier schießt 30 Meter in die Höhe
Auf dem Gelände der Oettinger-Brauerei führte am Samstagabend ein geplatztes Ventil einer Hochdruckleitung zu einer 30 Meter hohen Bierfontäne. Erst nach rund 30 Minuten habe ein Techniker das Leck schließen können, teilte die Polizei am Sonntag mit. Wie viel Bier von Deutschlands meist getrunkener Marke dabei verloren ging und wie groß der finanzielle Schaden durch die Panne für die Brauerei ist, ist bisher noch nicht bekannt.
Laut Polizeiangaben wird in der betroffenen Leitung unter hohem Druck Bier vom alten Brauereigelände im Ortskern von Oettingen zu der neuen Brauerei am Ortsrand gepumpt.
Oettinger war auch im vergangenen Jahr mit 6,34 Millionen Hektolitern die Nr. 1 unter den Biermarken in Deutschland.
Über Oettinger
Die Familie Kollmar erwarb 1949 Forstquell, das „Fürstliche Brauhaus zu Oettingen“ wurde 1956 von der Familie (Ingrid Kollmar 64,5 Prozent, Günther Kollmar 11,1 Prozent und Dirk Kollmar 24,4 Prozent) übernommen und zur „Oettinger Brauerei GmbH“ umgebildet. Dies geschah unter Leitung von Günther Kollmar (* 1937), der heute Beiratsvorsitzender der Brauereigruppe ist. Auf den Etiketten der Oettinger-Biere wird wegen des zeitlich früheren Erwerbes von Forstquell “seit 1731″ erwähnt.
Die Brauerei lieferte zunächst an Lebensmittelmärkte und spezialisierte sich darauf, niedrigpreisige Biere zu brauen. Die Oettinger-Gruppe setzte ab Anfang der 1990er Jahre auf eine radikale Modernisierung zur Steigerung der Produktivität. Eine Besonderheit des Unternehmens ist die direkte Belieferung des Einzelhandels ohne Großhändlerbeteiligung. Außerdem ist die Preissensibilität auch beim Bierkonsumenten in den Vordergrund gerückt. Der Preisvorteil ist für den Geschäftserfolg ausschlaggebend. Dazu wird auch auf Imagewerbung und Kooperationen mit der Gastronomie verzichtet und die abnehmenden Supermärkte, Getränkemärkte und Tankstellen werden mit 200 eigenen Lkws im Direktvertrieb beliefert.
In einem schrumpfenden Gesamtmarkt wies Oettinger 2004 eine Zuwachsrate von 23% auf (nach 18% 2003). 2004 lag der Umsatz bei rund 300 Millionen Euro und machte Oettinger damit zur größten Privatbrauerei Deutschlands.
Am 1. August 2009 übernahm Oettinger die Feldschlösschen Brauerei in Braunschweig von der Carlsberg-Gruppe. Die Namensrechte blieben jedoch zunächst bei Carlsberg, so dass Oettinger ihre niedersächsische Betriebsstätte nun als Brauerei Braunschweig führt. Die Brauerei Braunschweig ist die drittgrößte Brauerei der Oettinger-Gruppe. Im Zuge der Konzentration auf wenige leistungsstarke Standorte wurden die deutlich kleineren Oettinger-Standorte Pritzwalk und Dessow im Jahr 2009 geschlossen und die Bierproduktion am Standort Schwerin in diesem Jahr eingestellt.
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