OELDE/BOSTON: Deutsch-Amerikanischer Bieraustausch
Die westfälische Pott´s Brauerei und die Harpoon Brewery in Boston haben sich einen Austausch der anderen Art ausgedacht: Die beiden Brauereien tauschen Bierrezepte. Seit kurzem ist ein „Münsterländer Original”, das Pott´s Landbier, in den USA zu haben. Im Gegenzug wird die Potts Brauerei dann ein Bier nach einer Rezeptur der Amerikanischen craft brewery einbrauen. Das limitierte Bier wird in der „Schatzkammer” der münsterländer Brauerei in Eichenholzfässern gelagert und soll im November anlässlich des Besuches von Dan Kenary, Mitgründer der Harpoon Brewery, und seinem Brauer, Al Marzi, verkostet werden.
Zu dem Projekt sei es gekommen, nachdem im Jahr 2003 Rainer und Jörg Pott mit einer Gruppe Brauer eine Tour durch Amerikanische Brauerein gemacht hatten und dabei auch die Harpoon Brewery kennen lernten. Einige Jahre später, 2007, kehrte Jörg Pott zurück und arbeitete drei Sommermonate in der Brauerei um mehr über „American craft beer” zu lernen. In dieser Zeit bereits sei die Idee entstanden ein gemeinsames Bier zu brauen.
In diesem Sinne, wurde dann – wieder einige Jahre später – in der Harpoon Brewery vor einigen Wochen durch Harpoons leitenden Brauer Todd Charbonneau ein Sud von 100 Barrel Landbier nach der Oeldener Rezeptur eingebraut. Als Mitte Juni die ersten Flaschen von 117 Hektolitern Landbier in Boston abgefüllt wurden, war Jörg Pott mit dem Braumeister-Produktion der Pott´s Brauerei, Peter Wienstroer, dort.
Bei dem Stark-Bier, das im Gegenzug dann die Potts Brauerei nach dem Amerikanischen Rezept brauen wird, handelt es sich um einen Triple-Bock, „der es in sich hat”, so Wienstroer. Mit immerhin 10% Alkohol ist der Triple-Bock ein Aperitif-Bier, das in kleinen Mengen aus einem Cognac-Schwenker genossen werden sollte. Wann das „Schatzkammer-Bier” seinen geschmacklichen Höhepunkt erreicht haben wird, steht indes noch nicht fest. Je nach Reifungsverhalten des Bieres könne dies sogar mehrere Jahre dauern.
Die Gründung der Pott´s-Brauerei erfolgte 1769 durch den Erwerb einer Landwirtschaft mit Brauerei und Bäckerei in der Oelder Innenstadt vom Jesuitenkloster „Haus Geist” durch Franz-Arnold Feldmann. Durch die Heirat der Erbtochter Theresia Elisabeth Bernhardina Feldmann mit dem Gastwirt Bernhard Pott im Jahre 1851 gelangte die jetzige Eigentümerfamilie in den Besitz der Brauerei. Das 2003 angeschlossene Georg-Lechner-Biermuseum stellt u.a. die „weltgrößte Bier-Etiketten-Sammlung” aus.
Die Harpoon Brewery ist dagegen noch sehr jung. Sie wurde 1986 gegründet. Zu dem mittelständischen Unternehmen gehört neben der Brauerei in Boston noch eine in Windsor, Vermont.
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