MÜNCHEN: Paulaner Weißbier bald aus Donaueschingen?
Bei der Münchner Spaten-Löwenbräu-Gruppe geht schon länger die Angst um. Seit der Übernahme der Münchner Traditionsbrauereien durch den belgisch-brasilianischen Konzern ABInBev im Jahr 2003 musste die einstmals stolzen Marken schon manchen Rückschlag durch die neuen, wenig zimperlichen Konzerneigner hinnehmen. Aber auch bei der Paulaner Brauerei, die über die Brau Holding International (BHI) seit 2001 mit einer Beteiligung von 49,9% zum niederländischen Brauereikonzern Heineken gehört, scheint es neuerdings keine heiligen Kühe mehr zu geben. Wie der Branchendienst Inside in seiner jüngsten Ausgabe berichtete gibt es momentan Überlegungen, die Flaggschiffmarke der Brauerei zukünft zumindest teilweise im baden-württembergischen Donaueschingen zu brauen. Die dort ansässige Fürstenberg-Brauerei, die ebenso wie Paulaner zur Bayerischen Brau-Holding gehört, hat freie Braukapazitäten, an denen es in München mangelt. Was liegt also näher, als die Teile der Produktion zu verlagern? Auch qualitativ gesehen ware dies sicher kein Problem, da Fürstenberg seit Jahren bei DLG-Prämierungen führend ist. Da aber erst die Verbraucherakzeptanz getestet werden soll, ist das letzte Wort über eine Produktionsverlagerung noch nicht gefallen.
Mit dem Kauf der Firmenanteile an der BHI durch die Holländer vor neun Jahren verband sich die Hoffnung, dass die Marke Paulaner Weißbier innerhalb des internationalen Konzerns eine dominante Rolle spielen könnte. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist dies nicht der Fall. Heineken besitzt mit der österreichischen Marke Edelweiss und dem niederländischen Hoegaarden Witbier noch zwei weitere Alternativen im Portfolio, die mindestens im gleichen Maße im Konzern gefördert werden. Dennoch konnte sich Paulaner Weißbier in den letzten Jahren überproportional erfolgreich am deutschen Markt psoitionieren, was eine Ausweitung der bestehenden Kapazitäten am Münchner Nockherberg oder eine teilweise Verlagerung der Produktion notwendig macht.
Die Brau Holding International GmbH & Co. KGaA (BHI) wurde 2002 gegründet. An der BHI ist die Schörghuber Unternehmensgruppe mit 50,1 % beteiligt, den Rest von 49,9 % hält die niederländische Heineken International B.V.
Als ein Verbund regionaler Brauereien ist sie eine der größten Brauereigruppe Deutschlands. Drei Brauereigruppen bilden die Säulen unter dem Dach der Holding: die Paulaner-Gruppe, die Kulmbacher-Gruppe sowie die Südwest-Gruppe mit Fürstenberg, Hoepfner und Schmucker.
Zur Paulaner Brauereigruppe gehören neben Paulaner die Brauereien Hacker-Pschorr, AuerBräu Rosenheim, Thurn und Taxis Regensburg und die Weißbierbrauerei Hopf Miesbach. Die Paulaner Gruppe befindet sich zu je 50 % im Eigentum der Schörghuber Unternehmensgruppe und der Brau Holding International (BHI). Da Heinken nur einen Anteil von 49,9% an der BHI hält, beläuft sich der effektive Anteile von Heineken an der Paulaner Brauereigruppe auf unter 25%.
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