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KÖLN: Reissdorf löst Wettschuld nicht ein

Die Kölner Premiumbrauerei Reissdorf gibt sich als schlechter Verlierer: Im September diesen Jahres liefen Cornelius Becker, Eigentümer-Sohn der Kölner Gaffel-Brauerei und Alexander Manek, Wirt von ReissdorfsTraditionsgaststätte „Haus Unkelbach“ beim „Slow Triathlon“ um die Wette. Wetteinsatz war: „Der Sieger schenkt beim Verlierer Kölsch aus“. Da am Schluss Becker gewann, sollte am 23. Dezember die rote Traditionsgaststätte Reissdorfs in der Kölner Neustadt, in Gaffel-Blau umgestaltet und außerdem Gaffel-Kölsch ausgeschenkt werden. So zumindest seien die Beteiligten verblieben, heißt es. Doch sie hatten die Wette im wahrsten Sinne des Wortes ohne Michael von Rieff, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Reissdorf, gemacht. Dieser wertet die Wette als “jugendlichen Leichtsinn“. „Im Einvernehmen mit Gaffel“ sei alles abgeblasen worden. Von Rieff meinte: „Das ist mit uns aus Marketinggründen nicht zu machen. Unser Image beim Kunden wäre dahin.” Gaffel sieht die Sache scheinbar locker und lässt die Party am 23. Dezember eben im „Gaffel am Dom“ steigen. „Es ist ja nicht unsere Entscheidung. Klar hätten wir gerne gesehen, dass im Unkelbach unser Bier ausgeschenkt worden wäre“, so kommentierte Gaffel-Sprecher Michael Busemann den Rückzug lediglich.

Das Haus Unkelbach, oder „Et Unkelbach“ auf echt kölsch, gibt es bereits seit 80 Jahren. Es ist in der inzwischen zu einer kölschen Institution geworden. Touristen verirren sich weniger hierher als in anderen Kölner Bräuhäusern. Dafür ist es bei Einheimischen umso beliebter. In rustikaler Atmosphäre beim Reissdorf-Kölsch kann man gelegentlich auch Prominente wie Michael Schumacher oder Stefan Raab treffen.

1930 erhielt Karl Unkelbach im Alter von 22 Jahren die Konzessionsurkunde für die Gaststätte Haus Unkelbach in der Weyerstraße 112. Die Wirtsstube bestand damals aus einer langen Theke mit Gastraum und einer Kegelbahn. 1943 wurde die Gaststätte zerstört. Einen neuen Standort fand Karl Unkelbach mit seiner Frau Henriette dann auf der Luxemburger Straße in Köln-Sülz. Seit zehn Jahren ist Alexander Manek, der Enkel des Gründers, Wirt in der Traditionsgaststätte. Manek lernte den Beruf des Hotelkaufmann in den Kölner und Mainer Hyatt-Hotels bevor er zunächst als Köbes (Kellner) und später als Wirt seinem Opa, Karl Unkelbach, in der Führung des Hauses nachfolgte.

Kölsch-Bier:
Mit der Anerkennung der Bezeichnung „Kölsch“ als geografisch geschützte Bezeichnung im Jahre 1997 hatten es die Kölner Brauer geschafft ihre Existenz zu sichern. Kölsch ist eine lokale Bierspezialität, die nur in Köln gebraut werden darf. Anderswo gebrautes Bier gleicher Brauart darf also gleich schmecken, aber nicht gleich heißen.


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