|
Die Europäische Kommission lehnt Exportsubventionen zur Stützung der Getreidemärkte ab, so teilte der neue EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos mit, nachdem Frankreich um finanzielle Hilfe für den Gerstenexport gebeten hatte. Die Lage auf dem Gerstenmarkt in der EU sei zwar schwierig, Exportstützungen würden aber nur einen Preisdruck auf dem kaum aufnahmefähigen Weltmarkt bewirken, so Dacian Ciolos laut Medienberichten. Die Kommission glaubt, die Lage könne sich aufgrund einer niedrigeren Gerstenernte im kommenden Sommer entspannen. Der Präsident der Dachverbände der EU-Landwirte und ihrer Genossenschaften (Copa-Cogeca), Paolo Bruni indessen warnt und sagt wenn nichts unternommen würde, werde die Getreideproduktion der EU im Jahr 2010/11 zurückgehen, was zu einer neuen Preisexplosion für Getreide und Futtermittel im Jahr 2011 führen könne.
Angesichts der dramatischen Lage auf dem EU-Getreidemarkt begrüßte Copa-Cogeca die Initiative der spanischen Ratspräsidentschaft, unter den Landwirtschaftsministern der EU eine Debatte zur Zukunft der GAP anzustoßen, die notwendige Verbesserung der bestehenden Marktverwaltungsmaßnahmen zu betonen sowie neue Instrumente zu entwickeln.
Nach einem Treffen mit der spanischen Landwirtschaftsministerin Elena Espinosa sagte Cogeca-Präsident Paolo Bruni warnend: „Derzeit besteht ein schwerwiegendes Ungleichgewicht im EU-Getreidesektor. Die Getreidepreise in der EU sind in den letzten 2 Jahren um 45% eingebrochen, während die Produktionskosten zwischen 2004 und 2009 um 63% in die Höhe geschnellt sind. Diese katastrophale Situation hat in der ländlichen Wirtschaft 2009 im Vergleich zum Vorjahr Wirtschaftseinbußen von insgesamt 16,6 Milliarden Euro verursacht. Wenn nichts unternommen wird, wird die Getreideproduktion der EU im Jahr 2010/11 zurückgehen, und da die Lagerbestände an Getreide bereits niedrig sind,könnte dies zu einer neuen Preisexplosion für Getreide und Futtermittel im Jahr 2011 führen, was fatale Auswirkungen auf die Viehhalter der EU hätte. Daher muss die EU-Kommission alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die extreme Lage auf dem Getreidemarkt zu entschärfen.“
Der Generalsekretär von Copa-Cogeca, Pekka Pesonen, betonte: „Diese verheerende Situation zeigt deutlich, wie wichtig es ist, die Marktverwaltungsmaßnahmen im Rahmen der GAP in der Zeit nach 2013 zu verbessern und neue Instrumente zu diskutieren. Wir brauchen Maßnahmen, die nicht die Marktsignale stören, aber die die Landwirte in die Lage versetzen, Krisen zu überstehen und die ihnen die notwendige Stabilität geben, um Investitionen tätigen und ihre Betriebe entwickeln zu können. Wir sind insbesondere der Überzeugung, dass Sicherheitsnetze, Managementinstrumente zum Umgang mit Marktrisiken und Instrumente zur Exportförderung weiter geprüft werden sollten. Zusätzlich hierzu sind stärkere Maßnahmen dringend notwendig um sicherzustellen, dass die Stellung von Genossenschaften und Erzeugern in der Lebensmittelkette gestärkt wird." |