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WISSENWERTES: Wie in der Fastenzeit die "Maß" entstand |
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Samstag, 27. Februar 2010 |
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Mit Beginn der Fastenzeit bringen viele Brauereien traditionell wieder Starkbiere als Saisonspezialität auf den Markt. Den Ursprung hatte dies in der christlichen Überzeugung, in den 40 Arbeitstagen zwischen Aschermittwoch und der Osternacht keine Völlerei zu treiben. Bier war im Gegensatz zu Wein vom Fasten ausgenommen, galt es doch als Lebens- und nicht als Genussmittel und wurde oft auch als "flüssiges Brot" bezeichnet. Zunächst in den Klöstern und später auch in weltlichen Brauereien wurde daher für die Fastenzeit ein besonders gehaltvolles Bier eingebraut, das Starkbier. Mönche bekamen in früheren Zeit während der Fastenzeit täglich mitunter fünf Zumessungen an Bier, die jeweils ein bis zwei Liter betrugen. Aus den "Zumessungen" leitet sich auch das heute noch in Bayern gebräuchliche Wort "Maß" für einen Liter Bier ab.
Nach christlicher Überzeugung muss der Gläubige in der Fastenzeit nicht komplett dem Essen und Trinken entsagen, wie die Moslems dies während des Tages im Ramadan tun, sondern muss es Jesus in seiner 40-tägigen Fastenzeit in der Wüste gleichtun und sich von allen Freuden und Genüssen fern halten. So waren früher während der Fastenzeit Tanzveranstaltungen generell untersagt und beim Essen musste der gläubige Christ auf Fleisch, Milchprodukte, Wein und Eier verzichten. Heute werden diese Regeln nicht mehr so strikt gehandhabt. Der Ursprung des Wortes Karneval, d.h. der Zeit, die der Fastenzeit vorausgeht, leitet sich im übrigen vom lateinischen Begriff "carne vale" oder übersetzt „Fleisch, lebe wohl!“ ab. |