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Die Ergebnisse der Hamburger SCHULBUS-Erhebung zum Suchtmittelkonsum von Jugendlichen wurden am Freitag vorgestellt. Die Konsumtrends von Suchtmitteln bei Jugendlichen sind laut der aktuellen Erhebung gegenüber 2007 uneinheitlich. Während der Alkohol-Konsum männlicher Jugendlicher nahezu unverändert blieb, stieg der Konsum bei Mädchen an. Auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund war ein Anstieg zu verzeichnen, insbesondere bei den Intensiv-Konsumenten. Jedoch verbleibt ihr Konsum-Niveau unter dem der Nicht-Migranten.
86 Prozent der befragten 14- bis 18-Jährigen gaben an, schon einmal Alkohol getrunken zu haben, rund 63 Prozent der Jugendlichen innerhalb der letzten 30 Tage. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang auf 54 Prozent hat der Konsum von Alkohol unter weiblichen Jugendlichen sich mit nunmehr 64 Prozent wieder dem Niveau der männlichen Jugendlichen (62 Prozent) angeglichen. Dies ist im Wesentlichen mit der zunehmenden Verbreitung der Biermixgetränke zu erklären. Diese Getränke werden von inzwischen etwa einem Drittel aller Jugendlichen regelmäßig, d.h. mehrmals monatlich, konsumiert. Bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist insbesondere beim so genannten „Binge Drinking“, also des Trinkens von mehr als fünf Gläsern Alkohol bei einer Trinkgelegenheit, ein Anstieg zu verzeichnen. Während 2007 lediglich 18 Prozent dieser Gruppe einen regelmäßigen intensiven Konsum angaben, so waren es 2009 29 Prozent. Dieser Wert verbleibt jedoch weiterhin unter den 38 Prozent der Binge-Trinker ohne Migrationshintergrund.
Ein sehr erfreuliches Bild zeigt sich hingegen beim Tabak-Konsum: Sowohl bei Jungen wie auch bei Mädchen ging der Konsum zurück und das Einstiegsalter stieg an. Ein uneinheitliches Bild ergibt sich laut Studie auch beim Konsum von Cannabis. Während bei den Jungen der Trend leicht ansteigt, konsumieren Mädchen weniger. Der Konsum anderer illegaler Drogen hingegen blieb bei Jungen und Mädchen der Einzelfall.
„Der Suchtmittel-Konsum von Hamburger Jugendlichen hat sich alles in allem auf dem gegenüber den Vorjahren niedrigen Niveau von 2007 stabilisiert“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Erfreulich ist der Trend zum immer höher werdenden Einstiegsalter. Denn wer früher anfängt, der trinkt oder raucht auch mit 18 Jahren bereits deutlich mehr. Hier zeigen unsere Maßnahmen, wie z.B. das Rauchverbot in der Schule, nachhaltige Wirkung. Die Zahlen zeigen aber auch, dass die Anstrengungen der gesamten Gesellschaft gegen den verfrühten Suchtmittelkonsum bei Kindern und Jugendlichen nicht nachlassen dürfen.“
In einer Erhebung der „Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln“ (SCHULBUS) hat das Büro für Suchtprävention der Landesstelle für Suchtfragen e.V. im Auftrag der Stadt Hamburg im vergangenen Jahr rund 3.500 Hamburger Schülerinnen und Schüler aller Schulformen zwischen 14 und 18 Jahren zu ihrem Umgang mit Sucht- und Rauschmitteln befragt.
Theo Baumgärtner, Autor der Studie und Leiter des Büros für Suchtprävention: „Das Durchschnittsalter der ersten Erfahrungen im Umgang mit Alkohol ist seit 2004 kontinuierlich angestiegen. Ähnlich ist die Entwicklung beim Rauchen. Auch hier steigen die Jugendlichen später in den Konsum ein. Eine positive Entwicklung, an der abzulesen ist, dass unsere vielfältigen Aktivitäten zur Aufklärung offensichtlich Früchte tragen.“ |