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MÜNCHEN: Zum 200. Geburtstag wird die Wiesn in diesem Jahr verlängert Âåðñèÿ â ôîðìàòå PDF Âåðñèÿ äëÿ ïå÷àòè Îòïðàâèòü íà e-mail
Montag, 01 Februar 2010
Die 177. Wiesn, die am 18. September 2010 offiziell ihre Pforten öffnet, wird in diesem Jahr länger dauern als sonst. Denn dieses Jahr feiert man in München nicht irgendeine Wiesn, sondern eine waschechte Jubiläumswiesn: Das Oktoberfest wird 200 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum will ihm die Stadt München am 4.Oktober einen zusätzlichen Feiermontag anhängen, an dem die Bänke in den Bierzelten nicht durch Reservierungen belegt sein sollen. Damit sollen vor allem die Münchner selbst zu Spontanbesuchen auf die Theresienwiese gelockt werden. Der Stadtrat soll in der nächsten Woche diese Feierverlängerung beschließen, für die sich der Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) eingesetzt hatte.

Wegen des 200-jährigen Jubiläums hört die Wiesn diesmal nicht nur einen Tag später auf, sie soll auch einen Tag früher anfangen - allerdings nur auf dem südlichen Teil der Theresienwiese, der ganz der Erinnerung an die Anfänge des Festes im Jahr 1810 gewidmet sein wird. Hier beginnen die Feierlichkeiten bereits am 17. September mit einem historischen Festzug durch die Münchner Innenstadt vom Marienplatz zum Stachus und Pferderennen. Genau so, wie die Kavallerie der bayerischen Nationalgarde vor 200 Jahren zur Feier der Vermählung des Kronprinzen Ludwig mit Therese von Sachsen-Hildburghausen in München am 17. Oktober ein Pferderennen veranstaltet hat. Daraus entwickelte sich das größte Volksfest der Welt, das nach wie vor auf der, nach der Braut benannten, Theresienwiese stattfindet.

Das südliche Gelände wird für die Extra-Feierlichkeiten in einen historischen Festplatz verwandelt. Neben der Pferderennbahn lassen die Stadt München und die Festverbände zusätzlich besondere Zelte aufschlagen, die an die Frühzeit der Wiesn erinnern sollen. So wird hier beispielsweise ein so genanntes „Chapiteauzelt mit Velodrom“, ein Tierzelt für Pferde- und andere Tierschauen und ein historisches Festzelt mit Tanzboden und Musikpodien entstehen. Die rund 300.000 erwarteten Besucher auf diesem historischen Teil der Festwiese, werden allerdings vier Euro Eintritt pro Person zahlen müssen. Damit sollen die auf 3,8 Millionen Euro geschätzten Kosten der Historienfeier zum Teil mitgetragen werden. 1,5 Millionen Euro werden Wiesnwirte und Brauereien spenden. Für die knapp 500 000 Euro, die nach derzeitiger Finanzplanung noch nicht gedeckt sind, sucht die Stadt noch Sponsoren. Notfalls aber werden Steuermittel dafür herhalten müssen, so die Berichte.

Historisch besonders interessierte Wiesn-Fans können im Münchner Stadtmuseum bereits ab dem 9. Juli eine Sonderausstellung zum Oktoberfest besuchen, in der Ausstellungsstücke wie zum Beispiel das Brautkleid von Therese oder die Guillotine vom Schichtl zu sehen sein werden.

Für einen erfolgreichen Verlauf der Feierlichkeiten sorgt ein speziell eingerichteter Arbeitskreis „200 Jahre Oktoberfest“, dem zum Beispiel Oberbürgermeister Christian Ude oder auch Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid angehören.

200 Jahre Oktoberfest – 177. Wiesn?
Was oft rätselhaft erscheint, ist dass man zwar 200 Jahre Oktoberfest feiert, dass aber 2010 zugleich erst die 177. Wiesn veranstaltet wird. Wie das geht? Ganz einfach: Im Laufe der 200 Jahre seit 1810 ist die Wiesn 24-mal ausgefallen. Die Gründe waren stets eher unerfreulich: So wurden in Kriegs- und Nachkriegsjahren keine Oktoberfest gefeiert und 1854 und 1873 fiel die Wiesn sogar wegen Cholera-Epidemien aus.

 
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