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Bayerns Brauer meldeten im Krisenjahr 2009 ein im Bundesvergleich nur geringfügiges Absatzminus von 1,6% auf 22,3 Millionen Hektoliter. Einmal mehr habe trotz leichter Einbußen der Bierexport seinen Anteil am vergleichsweise guten Abschneiden der heimischen Brauereien: Mit einer Exportquote von 15 % oder knapp 3,4 Mio. Hektoliter erreichte die Branche in 2009 das drittbeste Ausfuhrergebnis ihrer Geschichte, so der Bayerische Brauerbund am Dienstag. Dabei greifen im Bierland Bayern immer mehr Menschen zum Alkoholfreien. Das Segment vermochte im vergangenen Jahr neuerlich um über 100.000 hl oder über 12% zu wachsen. Vor allem alkoholfreies Weißbier wachse seit Jahren kontinuierlich, berichtete der Bayerische Brauerbund.
Von einem neuerlichen Mengenwachstum des deutschen Biermarktes ist nicht auszugehen. Allein die demographische Entwicklung macht dies nahezu unmöglich. Michael Weiß, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, verfolgt für die heimische Brauwirtschaft deshalb einen langfristigen und wertorientierten Ansatz. Die bayerische Brauwirtschaft stehe für Werte, auf die sich seines Erachtens gerade in der Krise die Menschen wieder stärker zurückbesinnen. „Bloßes Mengenstreben auf Kosten des Preises zieht die gesamte Wertschöpfungskette in Mitleidenschaft. Endlich wird Billigbier nicht nur als Segen für den Konsumenten gesehen, sondern langfristig als Gefahr für die Bierkultur und Brauereivielfalt erkannt“, so Weiß.
Bayerisches Bier steht in seinen Augen für Regionalität, Authentizität, Individualität und höchste Qualität - Eigenschaften, die bei der Rückbesinnung auf das Überschaubare und Naheliegende in Krisenzeiten wieder stärker in das Bewusstsein der Kunden treten, die aber nicht zum Nulltarif zu haben seien.
Nach Ansicht von Brauerpräsident Weiß sind die Menschen deshalb zunehmend bereit, für individuelle, hochwertige Produkte auch einen angemessenen Preis zu bezahlen. Hier sieht er gute Chancen gerade für die über 620 bayerischen Brauereien, sich erfolgreich Markt zu behaupten. „Biervielfalt und regionale Bierkultur, die gezielte Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe sowie personalintensive Service- und Dienstleistungsstrukturen sind aber nur dann aufrecht zu erhalten, wenn sie der Endverbraucher wertschätzt und angemessen honoriert“, so Weiß. |