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Die Stralsunder Brauerei konnte im vergangenen Jahr ihren Bier Absatz um 1% steigern. Die Einbrüche im Absatz, die von Januar bis März 2009 verzeichnet werden mussten, konnten wettgemacht werden, so der Geschäftsführer der Stralsunder Brauerei, Markus Berberich am Mittwoch. Es habe zunächst einen Rückgang beim Bierverkauf von etwa 20% gegeben. Doch dann folgte laut Berberich „ein toller Sommer, der die Verluste vollständig ausgleichen konnte“. Im letzten Quartal 2009 habe sich schließlich das kleine Plus abgezeichnet. Den Grund für die positive Entwicklung der Stralsunder Brauerei, die rund100 Mitarbeiter beschäftigt, sieht der Geschäftsführer im Konzept der Brauerei: „Wir konzentrieren uns auf den regionalen Markt und die Tourismusbranche.“
Berberich verwies auf den Trend zur so genannten „Steini-Flasche“, eine 0,33-Liter-Flasche, in der seit einiger Zeit — neben der Halbliterflasche — das „Stralsunder“ verkauft wird. Außerdem hätten immer mehr Urlauber nach den Spezialitäten des Hauses wie Bernstein-Weizen oder Schwarzbier der Marke Störtebeker oder den Sechserpacks mit verschiedenen Sorten als Geschenkpackung gefragt.
Die Stralsunder Brauerei setzt bei ihren Bierverpackungen zunehmend auf die Six-Packs. Inzwischen betrage der Anteil der Sechserpacks an den Verpackungsarten rund 80%, der der Bierkisten rund 20%, sagte der Miteigentümer der Stralsunder Brauerei, Jürgen Nordmann, am Mittwoch. Diese Form der Verpackung sei umweltfreundlicher, weil das Leergut in werbeaufschriftfreien Paletten, sogenannten Logi-Packs, an die Brauereien zurückkomme. Die standardisierten Glasflaschen müssten nicht den Brauereien zugeordnet werden.
Markus Berberich setzt für die Stralsunder Brauerei auf langfristige Strategien und gibt an, den Bierpreis angesichts der schwierigen Situation der Verbraucher im Nordosten Deutschlands stabil zu halten. Die Stralsunder Brauerei will eher mit neuen Vertriebsstrategien für ein kräftiges Wachstum sorgen. Um diese umzusetzen, habe die Brauerei zum 1. Januar vier neue Mitarbeiter eingestellt. Ziel sei es, das Jahr 2010 mit einem Umsatzplus von 10% abzuschließen. Vor allem im Spezialitätenbereich und in der Gastronomie will die Brauerei zulegen. 2009 flossen 87 000 Hektoliter Bier aus den Tanks der Brauerei, die bei dem angestrebten Zuwachs an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen würde. Für 2010 seien noch keine großen Investitionen geplant, so der Geschäftsführer. Das könne sich aber 2011 ändern.
Letztes Jahr gab Berberich aus Protest gegen den genehmigten Freilandversuch zum Anbau von Gen-Gerste bei Thulendorf den der Brauerei verliehenen Bundesehrenpreis zurück.
Die Stralsunder Brauerei wurde 1827 gegründet und erfuhr im Zuge der kaiserlichen Blütezeit der Ostseebäder, Ende des 19. Jahrhunderts, größte Wertschätzung. Die Brauerei avancierte zum Hoflieferanten der Bädergastronomie. Später dann, als Volkseigener Betrieb (VEB) zu DDR-Zeiten häuften sich die Probleme der Brauerei. Mit der veralteten Technik ließen sich die hohen Qualitäts-ansprüche und Mengenanforderungen kaum noch gewährleisten. Das Blatt wendete sich erst, als die Stralsunder Brauerei nach der Wiedervereinigung in den 90-er Jahren vom Haus Nordmann übernommen wurde. Der Getränkefachgroßhändler investierte erhebliche Summen und positionierte am gleichen Standort einen Getränkefachgroßhandel. Der Startschuss für die Wiederaufnahme der Bierproduktion fiel in 1997. Mit dem Ziel, ein Bier zu brauen, das an die „goldenen“ Zeiten als Hoflieferant der Ostseebäder anlehnt, ging das „Hervorragendes Pommersches“ – Premium Pommeranium in Produktion. |