HAMBURG/KOPENHAGEN: Hamburgs Bürgermeister ringt Carlsberg-Chef Bekenntnis zu Standort Deutschland ab
Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz war diese Woche auf Dänemark-Reise und traf dabei am Donnerstag in Kopenhagen auch den Carlsberg-Chef Jörgen Buhl Rasmussen. Offenbar beunruhigt über die Gerüchte wonach der dänische Braukonzern sein Deutschland-Geschäft abstoßen wolle – wovon Hamburg mit der Holsten-Brauerei deutlich betroffen wäre – rang der SPD-Mann dem Oberhaupt des viertgrößten Brauereikonzerns der Welt ein Bekenntnis zum Standort Hamburg ab. Presseberichten zufolge habe Jörgen Buhl Rasmussen bei dem “vertraulichen” Gespräch zudem klar gemacht, dass sein Unternehmen weiterhin am norddeutschen Markt festhalte.
“Wir hatten ein sehr gutes Gespräch mit Carlsberg”, wurde der Politiker zitiert. Über die Zukunft des Brauereistandorts in Hamburg-Altona wollte sich Scholz jedoch nicht konkret äußern. Die aus der Hansestadt kommenden Marken Holsten, Astra und Duckstein sollen auch in Zukunft im Norden Deutschlands eine Rolle spielen und würden auch weiterhin in Hamburg produziert, so Scholz. Für ihn sei es wichtig, dass bei dem Gespräch mit dem Carlsberg-Chef “ein Statement für Hamburg und für die Marken im Norden Deutschlands als Teil der Strategie des Carlsberg-Konzerns abgegeben worden ist“. Dies sei “eine gute Grundlage für alle weiteren Fragen”.
In jüngster Zeit waren immer wieder Gerüchte aufgetaucht, dass Carlsberg sich aus dem gesättigten deutschen Biermarkt zurückziehen wolle. Über einen Verkauf der Carlsberg-Marken an die Radeberger-Gruppe wurde immer wieder spekuliert. Carlsberg Deutschland hatte zwar versichert, dass an den Gerüchten nichts dran sei und gesagt, dass sich Carlsberg auf den norddeutschen Markt konzentriere und lediglich für den Vertrieb der eigenen Marken Partner auch im Rest des Landes suche, doch nachdem Jörgen Buhl Rasmussen selbst in einem Interview einen Verkauf des Deutschland-Geschäfts nicht absolut und explizit ausgeschlossen hatte, war die Gerüchteküche wieder hochgekocht.
Carlsberg Deutschland
Zur Carlsberg Deutschland gehören die Holsten-Brauerei in Hamburg und die Mecklenburgische Brauerei in Lübz. Die Holsten-Brauerei AG wurde 1879 in Hamburg gegründet. 2004, im 125. Jahr ihres Bestehens, wurde sie ein Tochterunternehmen der internationalen Carlsberg-Brauerei. In der Holsten-Brauerei werden neben den Marken Carlsberg und Holsten u.a. auch die Marke Astra im Herzen von Hamburg gebraut. 1877 wurde die Mecklenburgische Brauerei Lübz in der gleichnamigen Kleinstadt rund 60 Kilometer südöstlich von Schwerin gegründet; seit 1991 gehörte sie zur Holsten-Gruppe, die nunmehr unter Carlsberg Deutschland firmiert. Mit der regionalen Premiummarke Lübzer Pils ist die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH Marktführerin in ihrem Kernmarkt Mecklenburg-Vorpommern; sie beliefert auch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen.
In der Carlsberg Deutschland Markengesellschaft werden die Marketing und Vertriebsaktivitäten zusammengefasst. Sie ist in Hamburg ansässig. Alle Aufgaben und Aktivitäten der Logistik werden in der Carlsberg Deutschland Logistik GmbH gebündelt.
Seit Januar 2005 ist die Göttsche-Getränke Gruppe ebenfalls ein Teil der Carlsberg Deutschland Gruppe. In ihr sind die Getränkefachgroßhandelsunternehmen Nord- und Ostdeutschlands zusammengefasst.
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