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HAMBURG: 50 Arbeitsplätze bei Holsten bedroht

Einmal mehr zeigt sich, welche Auswirkungen die enorme Marktmacht deutscher Supermärkte auf die gesamte Lieferkette hat. Ein Viertel der 200 Mitarbeiter der Hamburger Holsten Brauerei könnte die Arbeit verlieren, weil die Brauerei Umsatzverluste hinnehmen muss, da Edeka seine Einkaufspreise zu Lasten der Hersteller gesenkt hat. Medienberichten zufolge hat der Lebensmittelkonzern im Frühjahr beim Vergleich der Einkaufskonditionen seiner Beteiligungen bemerkt, dass jede Konzerngesellschaft seine Lieferanten unterschiedlich bezahlt und hat daraufhin die Konditionen neu berechnet. Der  Stellenabbau betreffe die Arbeitsplätze in der Brauerei. Insgesamt arbeiten inklusive Verwaltung etc. rund 400 Menschen für das zu Carlsberg gehörende Unternehmen.

Für die Hamburger Brauerei bedeute die Neuregelung Edekas, dass sich Lieferungen an Supermärkte, die weit entfernt sind vom Brauereistandort, nicht mehr lohnen würden. Aus diesem Grund werden viele Marken der Brauerei bei Edeka Minden, Netto und Globus in Nordrhein-Westfalen und in Südbayern nicht mehr angeboten. Als Folge des gesunkenen Bierabsatzes müsse Holsten vermutlich die Produktion senken, so die Berichte. Akut sei dies zwar noch nicht der Fall, da Holsten den gesunkenen Absatz noch mit Brauaufträgen von der Muttergesellschaft Calsberg ausgleichen könne, doch wie Cornelia Fehlten, die Konzernbetriebsratsvorsitzende zitiert wird, werde dies “auf Dauer nicht gelingen”.

Die Mitarbeiter der Holsten Brauerei fürchten ohnehin seit einigen Wochen, dass ihre Brauerei vom Mutterkonzern in Dänemark verkauft werde. Der Biermarkt in Deutschland gilt, wie auch in den meisten anderen westeuropäischen Ländern, als gesättigt und ist seit Jahren rückläufig. Zudem hatte Carlsberg-Chef Jørgen Buhl Rasmussen vor einiger Zeit Äußerungen getan, die Gerüchten über einen Verkauf von Carlsberg Deutschland – möglicherweise an die Radeberger-Gruppe – Nahrung gaben. Carlsberg Deutschland hatte die Gerüchte dementiert und gesagt, man suche lediglich “Partner” in Süd- und Westdeutschland, die die Märkte bedienen und das Bier, das mit Tankwagen geliefert werde, abfüllen. Diese Maßnahme soll unter anderem Logistikkosten senken.

Wie die Medien diese Woche berichteten, habe Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch nach einem Gespräch mit Wolfgang Burgard gesagt, der Verkauf von Carlsberg Deutschland sei “vom Tisch”.

Laut NGG sind von den geänderten Einkaufspreisen der Supermarktkette, zu der auch Globus und Netto gehören, neben Holsten auch Paulaner und weitere Lebensmittelhersteller betroffen.

Die Lebensmittelkette Edeka wies die Anschuldigungen, für den Abbau von Arbeitsplätzen verantwortlich zu sein, zurück. Mit der Carlsberg-Brauerei habe “ein großer Teil des Edeka-Verbundes ohne jede Streitigkeit bereits vor langer Zeit Einvernehmen über die Bewertung unserer Leistungen erzielt. Regional bestehen aber noch Themen ohne eine Einigung”, so der Konzern.

Die Holsten-Brauerei hatte trotz aller negativ Meldungen am 28. und 29. Mai 2011 zum großen Brauereifest auf das Brauereigelände in die Holstenstraße eingeladen um seine Verbundenheit zur Stadt und zur Region zu bekunden. „Holsten ist Hamburg und Hamburg ist Holsten. Unter diesem Motto möchten wir unsere Verbundenheit mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Region zum Ausdruck bringen und Danke für ihre langjährige Treue sagen”, so Frank Maßen, Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei AG.

 

Über die Holsten-Brauerei AG

Die Holsten-Brauerei AG wurde 1879 in Hamburg gegründet. 2004, im 125. Jahr ihres Bestehens, wurde sie ein Tochterunternehmen der internationalen Carlsberg-Gruppe. In der Holsten-Brauerei werden neben den Marken Carlsberg und Holsten u.a. auch die Marke Astra im Herzen von Hamburg gebraut.

 

Über Carlsberg

Mehr als 43.000 Menschen arbeiten für die internationale Carlsberg-Gruppe. Die Produkte der Nr. 4 unter den Top-Brauereien der Welt werden in mehr als 150 Märkte weltweit verkauft. Täglich werden 114 Millionen Flaschen Bier verkauft.

Zur Carlsberg Deutschland Gruppe gehören die Holsten-Brauerei in Hamburg und die Mecklenburgische Brauerei in Lübz.

In der Carlsberg Deutschland Markengesellschaft werden die Marketing und Vertriebsaktivitäten zusammengefaßt. Sie ist in Hamburg ansässig. Alle Aufgaben und Aktivitäten der Logistik werden in der Carlsberg Deutschland Logistik GmbH gebündelt.

Seit Januar 2005 ist die Göttsche-Getränke Gruppe ebenfalls ein Teil der Carlsberg Deutschland Gruppe. In ihr sind die Getränkefachgroßhandelsunternehmen Nord- und Ostdeutschlands zusammengefasst.

 

Über Edeka

Edeka erzielte 2010 mit seinen rund 12.000 Märkten und über 300.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 43,5 Mrd. Euro.

Hinter dem Erfolg des Edeka-Verbunds steht eine klare Strategie: Er fokussiert sich auf zwei Geschäftsfelder im Einzelhandel, die die Basis für die Fortentwicklung des Unternehmens bilden:

Erstens das gewachsene Kerngeschäftsfeld des von selbstständigen Einzelhändlern geführten Vollsortimentsgeschäfts. Deka ist ein Unternehmer-Unternehmen: Rund 4.500 selbstständige Edeka-Kaufleute prägen die Dynamik der Gruppe. Zweitens ein starkes Discount-Konzept mit dem expandierenden Tochterunternehmen Netto-Marken-Discount.

Vollsortiment und Discount – im Portfolio des Edeka-Verbunds mache gerade die Synthese aus beiden Vertriebssparten den Erfolgsfaktor aus, so das Unternehmen. “Mit beiden Formaten zeigt sich die Gruppe gerüstet, das organische Wachstum weiter auf dem harten Wettbewerbsmarkt zu forcieren.”

 


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