(English) EUROPA: EU-Kommission kippt striktes Reinheitgebot für Futtermittel
Um Engpässe in der Futtermittelversorgung in Europa zu verhindern hat die Europäische Kommission jetzt das strenge Reinheitsgebot für Futtermittel gekippt. Bisher gab es ein striktes Verbot für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ohne EU-Zulassung in Futtermitteln. Nach der neuen Regelung sind Beimengungen von 0,1 Prozent GVO ohne EU-Zulassung zu tolerieren.
Die Futtermittelindustrie frohlockt, dass jetzt die Gefahr minimiert wird, dass ganze Schiffsladungen beispielsweise mit Futtermais oder Futtersoja wieder in die USA zurück geschickt werden, wenn winzige Spuren von GVO in einer Ladung entdeckt werden.
Gegen die Reglungen laufen Umweltaktivisten, wie Greenpeace Sturm. Vor allem befürchten die Gentechnik-Gegner, dass nun die Hintertür auch für eine Lockerung der Verordnung bei Lebensmitteln geöffnet wird. Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, beweist eine Aussage von Bernhard Krüsken, Geschäftsführer des Deutschen Verbands Tiernahrung. “Wir … glauben …, dass wir hier einen ersten wichtigen Schritt haben, aber dass noch weitere folgen müssen”. Und weiter: “Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass man Futtermittel und Lebensmittel unterschiedlich behandelt.”
Daher versuchen Umweltverbände, wie der BUND, die Verordnung wieder rückgängig zu machen. Durch ein juristisches Gutachten, das beweist, dass die Europäische Kommission nach EU-Recht noch nicht einmal befugt war, die Schwellenwert-Regelung für GVO in Tierfutter ohne EU-Zulassung vorzuschlagen, soll zumindest einer der 27 EU-Staaten zu einer Klage gegen die Verordnung vor dem Europäischen Gerichtshof bewegt werden.
« Back


