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EISENACH: Neubau von “gläserner Brauerei” geplant

Dr. Roland Müller, Eigentümer der Eisenacher Brauerei , die 1995 in die Riebeck-Gruppe integriert wurde, plant den Bau einer neuen Brauerei in der Stadt im Westen Thüringens. Der Zeitplan sieht vor, bis Ende 2011 eine neue, gläserne Brauerei errichtet zu haben, in der auch Führungen angeboten werden sollen. Derzeit werden das Wartburg Export oder das Pils noch nach Eisenacher Rezeptur bei der Braugold Brauerei Riebeck in Erfurt gebraut. Anschließend wird das Bier per Tanklaster nach Hartmannsdorf bei Chemnitz gebracht, wo es in der Privatbrauerei in Flaschen abgefüllt wird, um dann nach Eisenach gebracht zu werden. Lars Schütze, Geschäftsführer bei Braugold betonte, dass sich an der Qualität der Biere durch dieses Vorgehen nichts ändere. Doch Dr. Müller, bis 2006 selbst Geschäftsführer bei Braugold, ist mit dieser Lösung nicht zufrieden. Das Abfüllen in Sachsen sei uneffektiv und nur eine Notlösung. Die jüngsten Entwicklungen könnten dazu führen, dass sein Plan, in Eisenach eine neue Brauerei zu bauen, doch schneller realisiert werden könne als gedacht. Auch Lars Schütze sprach davon, eine Lösung in Thüringen finden zu wollen, lässt aber offen, wo.

Es wird berichtet, Dr. Müller habe bereits Gespräche mit der Stadt Eisenach geführt, die ihm ein Grundstück im Gewerbegebiet am Eichrodter Weg angeboten habe. Im bisherigen Bestand zu bauen, sei ihm zu teuer. Vom Verkauf eines Teils der alten Brauerei hänge jedoch ab, ob das Grundstück für den Neubau erworben werden könne oder nicht, so Dr. Müller. Sudhaus, Malzlager und Biergarten will er behalten. Das 1911 erbaute Sudhaus am Standort in der Wartburgallee steht unter Denkmalschutz. Hier plant Dr. Müller eine gastronomische Nutzung. Eine Wand des ebenfalls historischen Malzlagers soll geöffnet und verglast werden, so dass die Gaststättenbesucher auf die großen Sudkessel aus Kupfer schauen können. Dazu soll der Biergarten kommen.

Die Braugold Brauerei besteht seit 1888 am heutigen Standort in Erfurt. Ihre Geschichte lässt sich jedoch bis zum Jahre 1823 zurückverfolgen. Die Brauerei hat ihre Wurzeln in den Erfurter Brauereifamilien Büchner und Baumann, die sich 1920 mit der Riebeck Brauerei AG Leipzig am Erfurter Standort zusammenschlossen. Nach der Wende – und dem damit verbundenen Ende des Getränkekombinats – wurde die Brauerei Braugold 1990 zunächst von der Licher Privatbrauerei übernommen. 1996 erfolgte schließlich die Übernahme durch die Nachfolger des früheren Eigentümers, der Riebeck-Gruppe, zu der zu diesem Zeitpunkt auch die Brauerei in Eisenach gehörte.


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