DEUTSCHLAND: Wo InBev Deutschland Stellen streichen will
In Issum am Niederrhein wurde am Montag über die Zukunft der Mitarbeiter des Brauereikonzerns Inbev Deutschland verhandelt. Der Restrukturierungsplan des Konzerns, den das Management dem Betriebsrat vorgestellt hatte, zeigt für die deutschen Standorte Bremen, Hannover, Issum, München und Wernigerode detailliert auf, wo die 386 Stellen eingespart werden sollen. Die absoluten Zahlen für die Standorte hatte man bereits mit der Ankündigung der geplanten Stellenstreichungen Anfang des Jahres bekannt gegeben. Wen es voraussichtlich genau treffen wird, gehe dagegen erst aus dem internen Papier vor, das dem Konzernbetriebsrat präsentiert wurde. So wolle der Konzern allein 262 Arbeitsplätze in Bremen streichen, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung. Insgesamt beschäftigt Inbev Deutschland 3.000 Mitarbeiter, davon 1.500 in Bremen.
Die Details:
Für die Betreuung der Gastronomie sei künftig eine Zweiteilung geplant. Die „absatzstarken Objekte“ sollen demnach intensiver von Außendienstmitarbeitern besucht werden. Alle anderen Gaststätten will man überwiegend durch ein Call-Center betreuen, das in Bremen entstehen soll. Dadurch könnten 23 neue Stellen entstehen, vorraussichtlich aber nicht zum derzeitigen Tarif.
Standardprozesse wie Dokumentation sollen in schon bestehende Service-Center in Budapest und Prag verlagert werden. Insgesamt ist in diesem Bereich der Abbau von 56 Stellen geplant. Betroffen sei dabei ausschließlich der Standort Bremen.
Im Kunden-Service-Center sollen Abläufe gebündelt und gestrafft und an einen Dienstleister ausgelagert werden. Das bedeutet interne Versetzungen und den Abbau von 11 Stellen. Die Besucherzentren in Bremen, München, Wernigerode und Issum sollen erhalten bleiben, aber deutlich kostengünstiger arbeiten. In Bremen sollen 17 Stellen eingespart werden, in München 9 und in Wernigerode 3.
Im Bereich Marketing und Verkauf will der Konzern die Strukturen in Europa stärker vereinheitlichen und dadurch effizienter werden.
In allen Arbeitsbereichen werde eine Konzentration auf definierte Kernprojekte und Aktivitäten angestrebt. Standardprozesse sollen verstärkt an Dienstleister ausgelagert werden. So weit wie möglich sollen Synergien zwischen den Märkten genutzt werden, zugleich will man flexibler auf Veränderungen im Markt und bei den Kundenbedürfnissen reagieren können.
Auch in der Rechtsabteilung, mit Sitz in Bremen, soll optimiert und gespart werden. Sie soll stärker internationalisiert werden. Im Bereich Recht und Corporate Affairs fallen insgesamt 9 Stellen weg, davon 5 in Bremen, eine in Issum, zwei in München und eine in Wernigerode.
Höher fallen die geplanten Streichungen im Bereich Personalmanagement aus. Durch eine Zentralisierung der Aufgaben und Auslagerung von Aufgaben wie der kompletten Entgeltabrechnung an das Service-Center in Südosteuropa sollen 28 Stellen überflüssig werden, davon 15 in Bremen, zwei in Hannover, vier in Issum, fünf in München und zwei in Wernigerode.
An allen Standorten außer in Hannover soll zudem bei den Staplerfahrern gespart werden. Davon sind in Bremen 13, in Issum acht, in München vier und in Wernigerode sieben Stellen betroffen. In Bremen kommen weitere vier Stellen beim Personalmanagement dazu.
Der Einkauf werde auf europäischer Ebene zentralisiert, beim Konzernsitz in Leuven. Dadurch fallen in Bremen weitere acht Stellen weg.
Auch die Finanzabteilung soll zentralisiert werden und einen großen Teil ihrer Aufgaben an die osteuropäischen Dienstleistungszentren abgeben. Das bedeutet für den Standort Bremen den Verlust von 40 Stellen, in München sind es sechs und in Wernigerode 13.
Bremen soll bei der Instandhaltung 14 Stellen verlieren, München vier und Wernigerode zwei.
Bei der Abfüllung sei in Bremen ist eine Reduzierung um 20 Stellen geplant. Weitere Einsparungen im einstelligen Bereich ergeben insgesamt genau die Planzahl von 386 Stellen.
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