DEUTSCHLAND: Werbeausgaben der Bierbranche steigen zweistellig
Preisdruck durch den Handel, drohende Steuererhöhung sowie Werbe- und Verkaufsverbote: Die schwierigen Rahmenbedingungen setzen die Alkoholindustrie seit Jahren unter enormen Druck. Dennoch steht das Jahr 2010 für die Alkoholbranche was die Kommunikation betrifft im Zeichen der Erholung. In den ersten vier Monaten dieses Jahres erhöhten die Hersteller alkoholischer Getränke ihre Werbeinvestitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15% auf über 140 Millionen Euro. Die Brutto-Werbeinvestitionen der Bierbranche stiegen in den ersten vier Monaten 2010 zweistellig (+11,2%) auf 106 Millionen Euro. Der mit Abstand größte Investor der Branche war im vergangenen Jahr die Brauerei Krombacher mit 49 Millionen Euro. Bitburger und Binding (Radberger Gruppe) folgen auf dem zweiten und dritten Platz (38,5 bzw. 35,4 Millionen Euro)
Deutschland bleibt Biernation
Obwohl der Konsum alkoholischer Getränke seit Jahren stetig zu Gunsten alkoholfreier Durstlöscher abnimmt, bleibt Bier das liebste alkoholische Getränk der Deutschen. Kein anderes Getränk spiegelt die regionalen Vorlieben derart wider wie Bier. Während Pils in den meisten Regionen Deutschlands mit Abstand bevorzugt wird, trinkt das „bayerische Volk" genau so gerne Weißbier wie Helles. Im Osten Deutschlands ist die Export-Variante beliebt, im Westen die alkoholfreien Varianten. Die Nummer Eins unter den Biermarken ist laut Verbraucheranalyse 2009 Warsteiner mit einem Verwenderanteil von 12,9%. Krombacher folgt mit 12,7%, Becks an dritter Stelle mit 11,3%. Bei den Biermixgetränken liegt Veltins V+ mit 6,7% Verwenderanteil in der Gunst der Konsumenten vorne. Die internationale Marke Beck’s belegt mit ihrer Variante Green Lemon (5,3%) den zweiten Rang.
Konsolidierung hält an – Innovationskraft gefordert
Schwierige Rahmenbedingungen wie der Rückgang des Alkoholkonsums oder das diskutierte Werbe- und Verkaufsverbot setzen die Alkoholindustrie seit Jahren enorm unter Druck. Die Branche reagiert mit einer anhaltenden Konsolidierung. Unternehmensriesen wie die Anheuser-Busch InBev oder die Oetker-Tochter Radeberger, die ein breites Markenportfolio anbieten, beherrschen den Markt. Um immer neue Nischenmärkte erschließen zu können, passt sich die Alkoholbranche kontinuierlich an neue Konsumtrends wie Wellness, Convenience, Bio oder Nachhaltigkeit an.
Biermixgetränke liegen laut Verbraucheranalyse 2009 weiterhin vor allem bei der jüngeren Zielgruppe im Trend. Nach einem guten Ergebnis im Jahr 2009 mit fast fünfprozentiger Wachstumsrate, konnte das Segment im ersten Quartal 2010 immerhin ein Plus von 1,8% erreichen. Darüber hinaus sind alkoholfreie Biere, die die weibliche, gesundheits- und kalorienbewusste Zielgruppe ansprechen, nach wie vor im Kommen. Auf niedrigem Niveau zeigen sich auch Biobiere als interessanter Wachstumsmarkt.
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Einzig die Sektkellereien warben im Krisenjahr 2009 antizyklisch und steigerten ihre Brutto-Werbeinvestitionen um 28% auf 49 Millionen Euro.
Für die Weinbranche blieben die Brutto-Werbeinvestitionen in den letzten zwei Jahren mit 13 Millionen Euro stabil.
Im Plus sind auch die Werbeausgaben der Spirituosenhersteller: Ihre Brutto-Werbeinvestitionen sind zwischen Januar und April 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28%
Während die Hersteller von Bier, Spirituosen und Sekt vor allem auf TV-Werbung setzen, investieren Weinmarken ihren größten Budgetanteil in Print. Diese Ergebnisse ermittelte der ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media im Rahmen seiner neuen Publikation „Märkte im Visier: Alkoholische Getränke" auf Basis von Nielsen Media Research-Daten.
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