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DEUTSCHLAND: Prohibitive Tendenzen in der Politik gefährden Brauindustrie

Die prohibitiven Tendenzen in der Gesellschaft und der Politik nehmen immer mehr überhand und gefährden damit zunehmend die Existenzgrundlage ganzer Branchen, wie beispielsweise der Tabak- oder Brau- und Spirituosenindustrie. So fordert in dieser Woche der CDU-Politiker Marco Wanderwitz , dass Übergewichtige zukünftig einen höheren Krankenkassenbeitrag zahlen sollten. Der FDP-Abgeordnete Erwin Lotte geht sogar noch einen Schritt weiter mit der Forderung nach verpflichtenden Ernährungskursen für die Eltern übergewichtiger Kinder. Auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem empfiehlt höhere Steuern für gesundheitsschädliche Konsumgüter wie beispielsweise Alkohol, Schokolade oder Risikosportgeräte wie Drachenflieger. Bereits in der Vergangenheit wurden Abgaben auf zuckerhaltige Limonaden und schnelle Automobile gefordert. Auch wenn die Vorstöße von Politik-Hinterbänklern als Sommertheater abgetan werden können, zeigt die Verschärfung der Gesetzeslage zum Rauchen in der Gastronomie und beim nächtlichen Alkoholverkauf, dass es eine zunehmende Tendenz zu prohibitivem und genussfeindlichem Verhalten in der Bevölkerung gibt. Mit jeder neuen Regelung gewinnen die selbsternannten Moralisten weiter Aufwind. Kritiker merken an, dass schon jetzt der Bogen überspannt sei, da die Grenze zwischen ernst gemeinter Gesundheitsvorsorge und politischer Gängelei, die dem Bürger eigenverantwortliches Handeln abnimmt, längst überschritten sei.

Die Geschichte lehrt, dass in der Geschichte immer wieder permissive, d.h. freizügige Geisteshaltungen durch restriktive, d.h. beschränkende, abgelöst wurden. So wird die schnelle Verbreitung des Christentums mit seinen hohen moralischen Werten oft als Reaktion auf die Zügellosigkeit des antiken Roms gewertet. Auch in den USA kam es nach den gesellschaftlichen Befreiungen durch die industrielle Revolution zu einer Gegenbewegung, die im Jahr 1919 in der Ausrufung der Prohibition gipfelte. Auch in Deutschland kam es nach dem vermeintlichen Mief der Nachkriegszeit zunächst zu einer moralischen, geistigen und sexuellen Befreiung in den 70iger Jahren. Die absolute Schrankenfreiheit des aufkommenden Internetzeitalters scheint nun wieder eine neue Form des Moralismus aufkommen zu lassen. Wie die Geschichte aber auch lehrt, wird dabei oft über das Ziel hinausgeschossen und nach wenigen Jahren werden übertriebene Regelungen wieder rückgängig gemacht. Auch hier war die Prohibition in den USA ein Lehrbeispiel.


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