DEUTSCHLAND: Keine Dioxingefährdung für deutsches Bier
Ein neuer Lebensmittelskandal erschüttert Deutschland. Bei Kontrollen eines Mischfutterherstellers in Schleswig-Holstein wurden Verunreinigung von pflanzlichem Futterfett mit Dioxinen festgestellt. Futtermittel dieses Herstellers wurde an Geflügel- und Schweinemastbetriebe, Legehennen-Betriebe sowie Milcherzeugerbetriebe geliefert und dort verfüttert, wodurch das Gift auch in die Nahrungsmittelkette bis zum Menschen gelangte. In der allgemeinen Verunsicherung fragen sich nun Verbraucher, ob Dioxin auch nicht nur in Eier-, Fleisch- und Milchprodukten sondern auch in anderen Lebensmitteln, wie beispielsweise im Bier, gefunden werden kann.
Hierzu muss man zunächst einmal wissen, was Dioxine sind und wie sie entstehen: Unter Dioxinen versteht man eine Gruppe von rund 200 chemisch ähnlichen Substanzen, die als unerwünschte Stoffe überwiegend bei Verbrennungsprozessen aus organischem Kohlenstoff in Anwesenheit von Chlor entstehen und die unterschiedlich toxisch sind.
Allen gemein ist, dass sie gut fettlöslich aber sehr schlecht wasserlöslich sind und daher, wenn überhaupt, nur in Spuren in fettfreien Flüssigkeiten zu finden sind. Daher kann davon ausgegangen werden, dass eine Grenzwert überschreitende Kontamination von Bier oder bei der Bierproduktion anfallenden Futtermitteln wie Treber und Brauereihefe nahezu ausgeschlossen werden kann.
Auch die Brauereirohstoffe, wie das Brauwasser, das Malz und die Hefe bergen keine Gefahr eines Grenzwert überschreitenden Dioxineintrags. Für Brauwasser gilt das oben gesagte, dass Dioxine nicht wasserlöslich sind und daher nicht in das Brauwasser gelangen können.
Auch Getreide und insbesondere Braugetreide ist kaum mit Dioxin belastet. Laut der Dioxin-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit liegen die Ergebnisse für Dioxine im Getreide deutlich unter dem EU-Auslösewert von 0,4 pg. Da während des Mälzens eine Belastung mit Dioxin nicht stattfindet, weist auch das Braumalz nur äußerst geringe Belastungen mit Dioxin auf. Das gleiche kann für Hopfen angenommen werden.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass Dioxine ubiquitär, das heißt allgegenwärtig auf der ganzen Welt anzutreffen sind. Sie entstehen überwiegend bei vom Menschen verursachten aber auch bei natürlichen Verbrennungsprozessen wie beispielsweise bei Vulkanausbrüchen und Waldbränden und können daher meist in winzigen Spuren in der gesamten Natur und der Nahrungskette gefunden werden. Daher kann bei Nahrungsmitteln meist nicht von einer vollkommenen Dioxinfreiheit gesprochen werden. Regelmäßige Analysen zeigen aber, dass die Dioxinbelastung der in Deutschland hergestellten Lebensmittel deutlich unterhalb der Gefährdungsschwelle liegt, wenn eine Kontamination nicht mutwillig, wie im aktuellen Fall, herbeigeführt wird. In Hinblick auf eine mögliche Dioxinbelastung können deshalb insbesondere fettfreie Lebensmittel und Getränke wie das nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellte Bier, weiterhin gefahr- und bedenkenlos konsumiert werden.
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