DEUTSCHLAND: Braugerstenversorgung trotz uneinheitlicher Ernteresultate gesichert
Wie die Braugersten-Gemeinschaft e.V. in ihrer Ernteprognose berichtet, haben optimale Aussaatbedingungen, ein gutes Auflaufen und ausreichend Niederschläge während der Bestockung landesweit dichte und gesunde Braugerstenbestände heranwachsen lassen. Die kühlen Temperaturen im Mai und Anfang Juni hatten eine Wachstumsverzögerung zur Folge, so dass früher gesäte Bestände bereits in der Kornfüllungsphase waren, späte Bestände jedoch erst im Stadium des Ährenschiebens standen. Mit dem Wetterumschwung vom 18. – 24. Juni, der sich vom Norden Deutschlands in den Süden vorschob, begann abrupt die Abreife in den Beständen. Die Bodenqualität und das Wasserspeichervermögen der Böden entschied darüber, ob die Kornfüllungsphase fortgesetzt wurde, oder das bei Temperaturen über 30 Grad und ohne jeden Niederschlag die Notreife der gerade ausgebildeten Ähren begann.Erste Druschergebnisse sowie die Eindrücke auf verschiedenen Braugerstenbesichtigungs-fahrten belegen, dass frühe Bestände gute Erträge, niedrige Eiweißwerte, sowie gute Vollgerstenanteile erzielen. Späte und notreife Bestände enttäuschen jedoch im Vollgerstenanteil und somit im Gesamtertrag.
Die Eiweißwerte sind auch bei den späten Beständen oft noch im akzeptablen Bereich. Dies lässt sich mit der Verarbeitung des ausgebrachten Stickstoffes durch die Pflanze während der guten Bestockungsphase erklären.
Ersten Hochrechnungen zufolge werden auf Grund dieser Beobachtungen und der deutlich dezimierten Sommergerstenanbaufläche (ca. 350.000 ha) ca. 1, 7 Mio. Tonnen Sommergerste in Deutschland geerntet werden. Die niedrigen Eiweißwerte, sowie die noch sehr vage geschätzte Sortierung von durchschnittlich 84 Prozent werden voraussichtlich eine Braugerstenmenge von 1,1 Mio. Tonnen ergeben. Auf Grund der schnellen Abreife sind die Bestände gesund und können in den nächsten Tagen bei trockener Witterung gedroschen und eingebracht werden.
Die Zurücknahme der Ernteprognosen in vielen europäischen Ländern sowie erste hitzebedingte Ausfälle bei der Weizenernte bieten viel Raum für Spekulation im aktuellen Getreidemarkt. Auch lassen unzureichende Maisbestände, die als Substrat für den Biogasbereich angebaut wurden, zudem preissteigernde Einflüsse auf den Getreidemarkt erkennen. Ähnlich wie im Erntejahr 2006/2007 beeinflusst fremdes Kapital die Getreidemärkte und gibt Spekulationen externen Schub. Die Ernte steht jedoch in weiten Teilen Europas erst noch bevor und belastbare Qualitäts- und Mengenergebnisse stehen erst fest, wenn das Getreide im Lager ist. Die Versorgungssicherheit der deutschen Malz- und Brauwirtschaft ist mit einer komfortablen Anschlussversorgung durch Überhänge aus dem Jahr 2009 nicht gefährdet. Der Braugerstenmarkt wird jedoch vom Weltgetreidemarkt mit nach oben gezogen, so dass aktuell mit moderat steigenden Erzeugerpreisen gerechnet werden muss.
Quelle: Braugerstengemeinschaft e.V.
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