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DEUTSCHLAND: Braugerste erlebt im aktuellen Jahr größten Preiszuwachs aller Getreidearten

Braugerste erlebt im aktuellen Jahr den größten Preiszuwachs aller Getreidearten. Dies berichtet die LEL (Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume) Schwäbisch Gmünd. Die Gründe dafür sind, dass zum einen nach einem preislich enttäuschenden Vorjahr die Sommergerstenfläche in Deutschland um rund 19 % auf 353.000 ha eingeschränkt wurde. Hinzu kommt ein um knapp 7% geringerer Durchschnittsertrag sowie ein geringerer Vollgerstenanteil von nur ca. 84%.

Die Braugerstenanlieferung wird auf rund 1 Mio. t geschätzt, der Bedarf der Malzfabriken liegt bei knapp 2 Mio. t. Wenngleich im europäischen Ausland die Situation bei der Braugerste nicht ganz so dramatisch ausfällt, so zeichnet sich dennoch auch europäisch eine leichte Defizitsituation bei der Braugerste ab. Einem geschätzten Verbrauch von 11 – 11,5 Mio. t Braugerste durch die Mälzereien sollen rund 10 – 10,4 Mio. t neuerntige Ware gegenüber stehen. Selbst unter Einbeziehung der Bestände aus dem Vorjahr wird am Markt die knappe Versorgung spürbar.

Mit aktuell 19,30 €/dt Erzeugerpreis bzw. 22,5 – 23 €/dt Abgabepreis franko Mannheim erzielt Braugerste heute das Doppelte wie im Vorjahr. Der im Mai neu aufgelegte Braugerstenkontrakt an der MATIF zeigte in den vergangenen Tagen einen deutlich stärkeren Aufwärtstrends als Weizen und notiert aktuell bei rund 240 €/t.

Futtergerste

Weltweit fiel die Gerstenernte 2010/11 deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Nur noch rund 123 Mio. t Gerste (Vj. 150) wird nach der Novemberschätzung des USDA auf der Erzeugungsseite gesehen, der Verbrauch soll nach aktuellen Schätzungen bei 139 Mio. t liegen. Daraus ergibt sich ein Bestandsabbau von knapp 16 Mio. t.

Die europäische Gerstenernte beziffert die EU-Kommission auf rund 53,9 Mio. t, im Vorjahr waren es 61,5 Mio. t. Dem steht ein Verbrauch von geschätzten 54,5 Mio. t gegenüber. Bei Gerste zeigt sich der europäische Markt im Gegensatz zu den Vorjahren also leicht unterversorgt.

In Deutschland wurden mit 10,4 Mio. t ebenfalls rund 1,9 Mio. t weniger Gerste gedroschen als im Vorjahr. Bei einer geschätzten Inlandsverwendung von rund 9,5 Mio. t liegt aber im Gegensatz zur EU die Erzeugung immer noch leicht über dem Verbrauch. Nach der Ernte haben auch die Gerstenpreise deutlich angezogen.

Aktuell werden Erzeugerpreise von 15 – 16 €/dt frei Erfasser genannt, die Abgabepreise franko Mannheim liegen bei 18,50 €/dt.


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