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DEUTSCHLAND: Brauer hoffen auf leichten Konsumanstieg in 2010

Der Deutsche Brauerbund hat die Nachricht vom weiter rückläufigen Bierkonsum in Deutschland mit der demografischen Entwicklung und den damit verbundene Veränderung der Trinkgewohnheiten erklärt. Ferner verantwortlich war das Rauchverbot in der Gastronomie, durch das der Fassbierabsatz kräftig eingebrochen ist. Wie das Statistische Bundesamt diese Woche vermeldet hatte, sank der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr von 111,1 Liter auf rund 110 Liter. Damit setzt sich ein schon in den 70er-Jahren begonnener Abschwung fort. Nur im WM-Jahr 2006 gab es in Deutschland einen kleinen Anstieg im Bierkonsum. Die Brauer hoffen auch in diesem Jahr auf einen positiven WM-Effekt, doch langfristig werde sich die Branche auf dauerhaft rückläufige Konsumzahlen einstellen müssen, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Rechtsanwalt Peter Hahn. Das jährliche Minus schätzt er auf durchschnittlich ein bis zwei Prozent.

„Trotz der negativen Entwicklung des Absatzes gerade in der Gastronomie und der das Image des deutschen Bieres schädigenden Preisschlacht der Discounter haben die deutschen Brauer doch insgesamt bewiesen, dass man auch in einem leicht rückläufigen Markt und unter widrigen Umständen dennoch erfolgreich wirtschaften kann. Die Geschmacksvielfalt mit rund 5.000 verschiedenen deutschen Bieren ist und bleibt einzigartig in der Welt. Die Branche mit derzeit gut 1.300 deutschen Braustätten zeigt sich daher doch insgesamt recht zufrieden mit dem Verlauf des Jahres. Die Absatzzahl des Statistischen Bundesamtes gibt nur dem ersten Anschein ein klares Bild über die Branche ab. Letztendlich wirken verschiedenste Faktoren sowohl positiv, als auch negativ auf die Entwicklung des Biermarktes ein. Eine Zahl kann dies nur bedingt wiedergeben”, bewertet Hahn, die Entwicklung des deutschen Biermarkts im Jahr 2009.

Die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland, die Unsicherheit der Menschen und deren geringere Bereitschaft, in der Gastronomie zu konsumieren, haben bei den Brauern und angeschlossenen gastronomischen Betrieben dazu geführt, dass sich die schon schwierigen Rahmendaten noch verstärkt haben.

Aufgrund des starken Wettbewerbs konnten Brauereien nicht die Preise für ihre Produkte anheben, obschon Produktions-, Energie- und Personalkosten dies gerechtfertigt hätten.

In einigen Bereichen der Branche, wie etwa bei Innovationen oder bei alkoholfreien Bieren, gab es Zuwächse. Diese konnten die allgemein leicht negative Entwicklung des Absatzes ein wenig abdämpfen.

Auf lange Frist ist die Absatzdegression, die bereits seit 1976 zu verzeichnen ist, in der demografischen Entwicklung und dem generellen Getränkekonsumrückgang bzw. in der Änderung des Trinkverhaltens zu sehen. Letztere kann auf die sich verändernde Arbeit der Deutschen, d.h. weniger manuelle, anstrengende Arbeit und mehr Büroarbeit zurückgeführt werden, die die Menschen mitunter zu anderen Getränken greifen und manchmal das gute Bier als Durstlöscher vergessen lässt.


Hahn zeigt sich unter dieser Voraussetzung für das Jahr 2010 dennoch optimistisch: „Wir hoffen, dass das Wetter in diesem Jahr wieder mitspielt, die Fußballweltmeisterschaft für Deutschland erfolgreich verläuft und viele Menschen die Fernsehübertragungen gerade auch in Gaststätten, Biergärten oder auf Großbildleinwänden bei einem guten Bier verfolgen. Beide Faktoren könnten die Absatzstatistik positiv beeinflussen. Zudem muss gesagt werden, dass eine negative Absatzentwicklung keinerlei Auskunft über die wirtschaftlichen Erfolge der einzelnen Brauereien gibt. So setzen wir weiterhin auf das wirtschaftliche Geschick und den Erfindungsreichtum der deutschen Brauer. Dadurch wird die deutsche Brauwirtschaft auch in den nächsten Jahren erfolgreich am umkämpften Getränkemarkt bestehen können.”

Die negative Absatzentwicklung im Vorjahr wird zudem keinen Einfluss auf die höchsten Qualitätsstandards für das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraute Bier haben. Neben der Pflege des erfolgreichen Kerngeschäfts werden die deutschen Brauer auch im Jahr 2010 mit neuen Produkten ihr Angebotsportfolio erweitern, um den Deutschen langfristig ihr Nationalgetränk in seiner eindrucksvollen Arten- und Markenvielfalt anbieten zu können, so der Brauer-Bund.


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