Braugerste ist knapp – Preisanstieg wird erwartet
Michael Fleischer, Braugerstenhändler bei Grainexx Getreidehandels GmbH, Hamburg, zog dieses Fazit heute beim internationalen Braugerstenseminars der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) in Berlin. Die Braugerstenernte in der EU-27 reicht für den Bedarf der Mälzereien in diesem Jahr nicht aus. Die Preise könnten im Laufe der kommenden Monate deutlich steigen. Der Chefhändler und Mitgesellschafter schätzt den Überhang an Winter- und Sommerbraugerste der Ernte 2010 auf jeweils lediglich 100.000 t. Einer Nachfrage von etwa 10,2 Mio. t stehe aus der Ernte 2011 eine Menge von etwa 10,4 Mio. t gegenüber, die nicht für bereits gehandeltes oder geplantes Exportgeschäft UND den Inlandsbedarf ausreichen würde. Weitere Drittlandsexporte in Höhe von etwa 400.000 t, die normalerweise aus der EU kommen, müssten in diesem Jahr aus anderen Ursprüngen kommen. Auf der Importseite seien Partien alter argentinischer Ernte bereits auch in die Niederlande und nach Belgien verkauft worden.
Den Grund für das knappe Angebot, seien die schwierigen Witterungsbedingungen im Frühjahr und zur Ernte. Während im Westen der EU die Frühjahrstrockenheit Probleme bereitet hat, sorgten im Norden eher eine regnerische Erntezeit für Sorgen der Produzenten. Sie hätten regional kleinere Erträge und unzureichende Qualitäten speziell beim Proteingehalt zu beklagen.
Für die derzeit schwachen Preise für Braugerste in der EU gibt Fleischer die mangelnde Nachfrage der Industrie an. Die Brauer seien nicht am Markt. Sollte es zu Abwicklungsproblemen wegen unzureichender Qualitäten kommen, werden seiner Meinung nach die Preise deutlich korrigieren.
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