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BAYERN: Verband Private Brauereien Bayern kündigt steigende Bierpreise an

Der Verband Private Brauereien Bayern hat am Montag mitgeteilt, dass sich die Verbraucher in Bayern auf steigende Bierpreise einstellen müssen. Nach Abschluss der bayerischen Getreideernte werde deutlich, dass die Mengen an Braugerste und insbesondere an qualitativ hochwertigen Brauweizen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen sind. Dies führe an den Rohstoffmärkten zu erheblichen Preiserhöhungen, innerhalb weniger Monate haben sich die Preise für Braugerste um 60 %, die Brauweizenpreise bis dato sogar um 140 % gesteigert, so der Verband. Der Verband glaubt, dass sich dieses Preisniveau in den nächsten Monaten stabilisiert oder sogar noch erhöht, wenn die Restmengen der Ernte 2009 in den Betrieben verbraucht sind. Je nach Restmenge an 2009er Ware in den Betrieben erwarten die Privaten Brauereien Bayerns Bierpreiserhöhungen spätestens im ersten Quartal 2011.

Das aus Gerste und Weizen hergestellte Malz habe sich bereits jetzt um 100 bis 150 Euro pro Tonne für die Brauer verteuert. Der Verband sagt, diese Erhöhungen summierten sich selbst in kleinen mittelständischen Privatbrauereien zu Mehrkosten im deutlichen fünfstelligen Euro-Bereich und könnten aufgrund der geringen Margen, die im Biermarkt erzielbar sind, intern nicht mehr abgepuffert werden.

Derzeit vereinzelt zu hörende gegenteilige Meldungen, die noch von einer Preisstabilität im Biermarkt ausgehen, seien bei einer Verwendung von heimischem Getreide aus Bayern für die Bierherstellung nicht realistisch, so der Verband.

Einige Ostbayerische Privatbrauereien wie Lang-Bräu in Freyung, Graminger Weißbräu in Altötting, der Brauerei Falter in Regen und die Brauerei Hutthurm, ließen verlauten, dass sie zumindest bis zum Jahresende die Bierpreise in Ostbayern stabil halten wollen.

Brauingenieur Thomas Maier von Lang-Bräu in Freyung meint, die Bierpreise werden nicht wegen der Rohstoffpreise steigen, sondern wenn, dann vor allen Dingen wegen steigender Energiekosten. Lang-Bräu habe sich jedenfalls langfristig Malz und Hopfen gesichert.

Markus Kampf, Braumeister der Brauerei Hutthurm, möchte derzeit nicht über Preissteigerungen nachdenken. Er hält drei Faktoren für wesentlich: die Größe der Anbaufläche, die Rohstoffpreise und die Energiepreise. Bis zu „einer gewissen Schmerzgrenze“ könne die Brauerei Hutthurm das auch ohne Preiserhöhung verkraften, dann müsse „überlegt werden“.

Sabine Detter, Braumeisterin und Geschäftsleiterin von Graminger Weißbräu, wartet die allgemeine Marktentwicklung ab und glaubt, dass sich vor dem nächsten Frühjahr keine Preissteigerungen ergeben werden. Die Graminger Weißbräu richte sich nach den großen Brauereien.

Josef Falter von der Brauerei Falter in Regen geht noch weiter und versichert, das Bier seiner Brauerei werde in den nächsten zwei Jahren nicht teurer. Er habe vorausschauend einen Zweijahresvertrag für Malz mit festem Preis abgeschlossen und sei damit erst einmal unabhängig von der derzeitigen Ernteentwicklung. Eine mögliche Erhöhung der Energiepreise lasse sich zumindest eine Weile kompensieren, glaubt Falter.


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