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BAYERN: Braugerstenanbau sinkt in diesem Jahr auf Rekordtief

Der Braugerstenanbau in Bayern wird in diesem Jahr voraussichtlich auf ein Rekordtief von 100.000 bis 105.000 Hektar sinken. Laut Leonhard Keller, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Qualitätsgetreide in Bayern e.V., ist das im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Fläche von 15 bis 20 Prozent. Laut der Angaben, hatten die bayerischen Landwirte im vergangenen Jahr 125.500 Hektar mit Braugerste bestellt. 2008 waren es noch 148.100 Hektar. Der Hauptgrund für den massiven Rückgang der Anbauflächen, liegt laut Keller in der negativen Entwicklung des Braugerstenpreises in den vergangenen beiden Jahren. Bei den aktuellen Erzeugerpreisen sei eine kostendeckende Braugerstenproduktion in unseren Breiten nicht möglich, so Keller. Außerdem seien die Erträge je Hektar gering und die Qualitätsanforderungen von Seiten der Mälzerein und Brauerein sehr hoch.

„Nicht einmal die variablen Kosten für Dünger, Saatgut, Pflanzenschutz, Kraftstoff und Ernte werden gedeckt, ganz zu schweigen von den festen Ausgaben für Maschinen, Getreidelager und Pachten,“ so der Getreidepräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Als weiteren Grund für den Ausstieg vieler Landwirte aus der Braugerstenproduktion, sieht Keller, dass die Erzeugung von Braugerste mit einem höheren Anbaurisiko behaftet ist, als beispielsweise Brotweizen oder Biomasse für energetische Nutzung.

Seit über 5.000 Jahren ist die Braugerste der wichtigste Rohstoff für die Bierherstellung, doch der Anbau erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. So benötigt die Braugerste in trockenen Sommermonaten beispielsweise eine optimale Wasserversorgung mit Beregnung, um den hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Das erhöht natürlich die Kosten der Landwirte.

Der Rückgang der Anbauflächen für Braugerste ist für dieses Jahr für ganz Europa prognostiziert. Die COPA/COGECA-Ernteprognose für 2010 schätzt die Rückgänge der Anbauflächen und Erträge bei Gerste auf 5,2% weniger Fläche und 8,2% weniger Ertrag (56,3 Mio. t).


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