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BAYERN: „Säbelrasseln“ in Bayerns Brauwirtschaft geht weiter

Weitere Warnstreiks haben am Donnerstag in ganz Bayern Brauereien zeitweise lahmgelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben am Donnerstag unter anderem die Beschäftigten von vier großen Münchner Brauereien die Arbeit niedergelegt. So haben 350 Angestellte der Brauereien Paulaner/Hacker-Pschorr, Spaten-Franziskaner, Augustiner und Staatliches Hofbräuhaus zeitweise gestreikt. Wie die NGG sagte, war dies der erste gemeinsame Warnstreik dieser vier Brauereien im aktuellen Tarifkonflikt.  „Seit 5.00 Uhr morgens geht nichts mehr in den Münchner Brauereien“, so der NGG-Landesbezirksvorsitzende Hans Hartl, der mit unbefristeten Streiks drohte, sollte in der vierten Verhandlungsrunde am 5. Mai keine Einigung erzielt werden.

Den Verweis der Arbeitgeber auf den sinkenden Bierkonsum lässt die NGG nicht gelten. Wie Freddy Adjan, der NGG-Geschäftsführer in München, sagte, müssten bei einzelnen Münchner Brauereien die Mitarbeiter “während der Sommermonate im Drei-Schicht-System an bis zu sieben Tagen pro Woche arbeiten”.

Bei der Kulmbacher Brauerei haben rund 60 Beschäftigte für zweieinhalb Stunden die Arbeit niedergelegt. Vom Warnstreik betroffen war auch die Würzburger Hofbräu, die ebenfalls zur Kulmbacher Gruppe gehört. An dem vorübergehenden Ausstand in der Würzburger Hofbräu beteiligten sich nach Angaben von Ibo Opak, NGG–Regionalgeschäftsführer,  23 der 30 Beschäftigten der Frühschicht. Doch anders als bei der Mutterbrauerei in Kulmbach gehe es in Würzburg um eine Verlängerung des abgesenkten Haustarifvertrages. Eine Rückkehr in den Flächentarif lehne Hofbräu-Chef Haupt im Moment ab, so Berichte.

Auch bei der bei der Augsburger Hasen-Bräu (Radeberger Gruppe) und der Staatsbrauerei Weihenstephan  wurde gestreikt.

Am Mittwoch wurde bei der Auerbräu für rund 2,5 Stunden gestreikt, am Dienstag im Herzoglichen Brauhaus Tegernsee. Georg Schneider, Geschäftsführer NGG Region Rosenheim-Oberbayern drohte: „Dies ist erst der Anfang. Die Kolleginnen und Kollegen in ganz Bayern sind stocksauer wegen der Unbeweglichkeit der Brauherren. Die Aktionen werden sich erheblich ausweiten.“

Die Beschäftigten der Brauerei Herrnbräu in Ingolstadt hatten bereits am Montagmorgen von 6.00 bis 9.00 Uhr zur Unterstützung der ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des bayerischen Brauereigewerbes die Arbeit niedergelegt. “Angesichts der Tatsache, dass die bayerischen Brau-Arbeitgeber die Entgelte nur um 2,1% erhöhen, die Azubis nicht übernehmen und überdies den Bundesrahmentarifvertrag verschlechtern wollen, setzen die Beschäftigten die Warnstreiks auch in der Woche vor Ostern fort”, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Wenn die Arbeitgeber bei ihrer Verweigerungshaltung bleiben, wird NGG ihre Mitglieder zur Urabstimmung für unbefristete Streiks aufrufen“, teilte Hans Hartl, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Bayern, mit. Am 5. Mai 2011 soll weiterverhandelt werden.


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