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AUSTRALIEN: Foster´s kündigt Trennung von Bier- und Weingeschäft an

Foster’s Group Limited, Australiens größter Brauer, kündigte am Mittwoch an, das Unternehmen wolle sein schwächelndes Weingeschäft von der robusten Biersparte abtrennen. Während die Bieraktivitäten florieren, hat Foster’s beim Wein Probleme mit der Überproduktion am Markt und muss eine hohe Wertberichtigung vornehmen. Die getrennte Börsennotierung der beiden Bereiche werde voraussichtlich in der ersten Hälfte 2011 abgeschlossen sein, teilte Foster’s mit. Das Unternehmen rechnet mit Einsparungen von umgerechnet 66,5 Millionen Euro pro Jahr. Mit der Trennung könnte das Biergeschäft wieder in den Fokus globaler Rivalen rücken, so glauben Analysten. Als möglicher Kaufinteressent gilt das australische Joint Venture von SABMiller und Coca-Cola Amatil. Auch der kleinere Wettbewerber Molson Coors, der bereits 5% an Foster’s hält und sein US-Geschäft mit SABMiller betreibt, gilt mit einem möglichen Partner als Kandidat.

Ebenso könnte jedoch auch Asahi aus Japan interessiert sein, da der japanische Biermarkt kein Wachstumspotenzial mehr aufweist und seit Jahren rückläufig ist, so glauben Experten.

Analysten messen der Biersparte einen Wert von über 12 Mrd. Australischen Dollar (rund 8 Mrd. Euro) bei. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des Konzerns (also ohne Nettofinanzschulden) liegt nach dem Kursanstieg bei 10,6 Mrd. Australischen Dollar (7,2 Mrd. Euro).

Übernahmespekulationen ranken sich schon seit Jahren um Foster’s, doch wirkte der Konglomeratscharakter als Hindernis.

Foster’s Weingeschäft ist das weltweit zweitgrößte nach Constellation Brands (USA). Auf die Wein-Assets muss Foster’s im laufenden Turnus 1,05 Mrd. bis 1,2 Mrd. Australische Dollar nach Steuern wertberichtigen. Dies wird wohl das operative Ergebnis – das in gleicher Höhe erwartet wird – aufzehren. Vor 14 Jahren war Foster’s in das Weingeschäft eingestiegen, das angesichts der Überproduktion zur schweren Belastung wurde. Bis vor fünf Jahren wurde die Weinsparte noch mit Zukäufen ausgebaut. Vor drei Jahren noch machte Foster‘s 40 % seines Gewinns mit Wein. Doch die Gewinne sind massiv eingebrochen, zuletzt um mehr als 40 %. Anfang 2009 hatte der australische Getränkekonzern seine Pläne für den Verkauf der Weinsparte begraben müssen und dies mit schwierigen Bedingungen an den Kapitalmärkten begründet.

Foster’s erwartet für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. Juni 2010 endet, EBITS von 1,050-1,080 Mio. Australischen Dollar. Dies sei im Großen und Ganzen im Einklang mit den Konsens-Schätzungen, so das Unternehmen.


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