ALDERSBACH: Geschäftsführer wegen “massivem Vertrauensbruch” entlassen
Dr. Volker A. Kannacher, Brauereidirektor und Geschäftsführer der rund 90.000 hl starken Brauerei Aldersbach im niederbayerischen Klosterwinkel, wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Nach einer turnusmäßige Gesellschafterversammlung am Freitag, bei der die Ergebnisse einer internen Revision besprochen wurden, wurde der 59-jährige Rechtsanwalt zunächst beurlaubt und sollte bis Montag zu den Vorwürfen eines “massiven Vertrauensmissbrauch in Tateinheit mit Kompetenzüberschreitung” Stellung nehmen. Nachdem er die Vorwürfe laut Aussage von Adam Freiherr von Aretin, der mit seiner Familie einen Anteil von 80 Prozent an der Brauerei hält, nicht entkräften konnte, wurde er bei einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am Mittwoch fristlos entlassen. Kannacher, der 13 Jahre lang bei der Brauerei Aldersbach tätig war, weist alle Vorwürfe entschieden zurück.
Die Ursprünge der Brauerei Aldersbach liegen im Hochmittelalter. Im Jahre 1146 gründeten Mönche aus dem fränkischen Ebrach das Zisterzienser-Kloster Aldersbach. Schon bald nach der Klostergründung fingen die Mönche an, Bier zu brauen. Bereits 1268 wird der Brauereibetrieb durch einen Schiedsbrief des Grafen Albert von Hals urkundlich bezeugt. Damit gehört die Brauerei Aldersbach zu den ältesten Braustätten der Welt.
Im 17. Jh. kam es zu staatlichen Eingriffen in die Braurechte. Selbst Aldersbach musste um seine Braugerechtigkeit fürchten, da im Dreißigjährigen Krieg die entsprechende Urkunde verloren gegangen war. 1644 bekam das Kloster die Braugerechtigkeit durch Kurfürst Maximilian I. wieder bestätigt. Der zunehmende Bierkonsum erforderte 1734 den Bau eines neuen Sudhauses. In diesem Gebäude ist heute das Brauereimuseum untergebracht. Im Jahre 1780 entstand ein neuer Bierkeller.
Die Säkularisation traf Aldersbach hart: 1803 wurde das Kloster aufgelöst und die Brauerei zunächst an einen Bierbrauer aus Passau verkauft. Wenige Jahre danach, im Jahre 1811, erwarb Johann Adam von Aretin die Klosterbrauerei; bereits im Jahre 1806 hatte er Wald- und Ackerflächen um das Schloss Haidenburg herum gekauft. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden viele kleinere Brauereien in der Umgebung aufgekauft; weitere Zukäufe erfolgten nach dem 1. Weltkrieg sowie in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, darunter die Brauereien in Gossersdorf und Konzell (Landkreis Straubing-Bogen) sowie eine Brauerei in Lam (Landkreis Cham). Im Sommer 2008 wurden große Teile der Passauer Brauerei Peschl gekauft.
Die Brauerei Aldersbach wird seit 1. dem Januar 2005 als GmbH & Co KG geführt.
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