Globalmalt

ÖSTERREICH: Brauerkollegen erzürnt über Kronzeugenregelung für Brau Union

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt schon seit längerem gegen einige österreichische Brauereien, darunter die Großen, Brau Union, Stiegl und Ottakringer, wegen Lieferboykotts des Großhandels und illegaler Preisabsprachen. Nun berichteten die österreichischen Medien, dass die größte von allen beteiligten Brauereien, die Brau Union, bei der BWB als Kronzeuge auftrete. Die Brauerei habe bestätigt zu kooperieren, heißt es. Diese Tatsache ärgere wiederum die österreichischen Brauerkollegen: Ausgerechnet die Brauerei, die schließlich am stärksten von Absprachen profitiere – die Brau Union ist mit rund 50% Anteil Marktführer in Österreich – solle nun möglicherweise straffrei ausgehen.

Der Generaldirektor der Brau Union, Markus Liebl, habe bereits Anfang Juni als Chef des Verbands der Brauereien Österreichs, der “Interessenvertretung der österreichischen Brauwirtschaft” zurücktreten “müssen”, heißt es. Sein Nachfolger wurde Sigi Merz, Vorsitzender des Vorstandes der Ottakringer Getränke AG. Laut Brau Union sei der Rücktritt jedoch freiwillig erfolgt. „Ich habe in der Brau Union Österreich und im Rahmen von Heineken Central Eastern Europe verschiedene Aufgaben zusätzlich übernommen, so dass ich mich der Funktion als Obmann nicht voll widmen kann“, so Liebls Begründung für den Rücktritt. Markus Liebl wird weiterhin als Obmann-Stellvertreter und als ein Vertreter der österreichischen Brauereien im Europäischen Brauereiverband tätig sein.

Berichten zufolge sollen “seit Jahren” im Rahmen der Sitzungen des Brauereifachverbands der Lieferboykott der Großmärkte bekräftigt worden oder zu hohe Preise für das dort verkaufte Fassbier festgesetzt worden sein. Dadurch sollte dieser Vertriebsweg ausgeschaltet werden, so die BWB. Aufgrund fehlenden Wettbewerbs im Großhandel sei ein Liter Fassbier bis zu 70% teurer als ein Liter Flaschenbier vergleichbarer Qualität aus dem Einzelhandel. Die Preisabsprachen bestreiten die Brauereien nach wie vor. Was den Lieferboykott angeht, hätten sie eingelenkt, heißt es.

Wie aktuell berichtet wird, sind auch die Brauerei Schloss Eggenberg, die Hirter Brauerei, die Brauerei Murau, die Brauerei Fohrenburger  sowie die Egger Brauerei im Visier der Bundeswettbewerbsbehörde.


« Back
 

Hinterlasse einen Kommentar